Philippus 2.025

Spruch 60: Groß ist das Mysterium der Hochzeit. Denn [ohne] es würde die Welt nicht [existieren]. Nun die Zusammenfügung [der Welt ...], der Zusammenfügung der [...Hochzeit]. Denke an [... Gemeinschaft], denn sie besitzt [...] Kraft. Ihr Abbild besteht in einer [Befleckung].

Spruch 61: Die Gestalten der unreinen Geister sind männliche und weibliche. Die Männlichen sind die, die sich mit den Seelen vereinigen, welche in einer weiblichen Gestalt wandeln. Die Weiblichen hingegen sind diejenigen, die mit einer männlichen Gestalt vereinigt sind durch einen Ungehorsam. Und niemand wird ihnen entfliehen können, da man ihn ergreifen wird, falls er nicht eine männliche Kraft empfängt und eine weibliche - das sind der Bräutigam und die Braut. Man erhält diese aber aus dem abbildlichen Brautgemach. Wenn die törichten Frauen einen Mann sehen, der alleine lebt, pflegen sie sich auf ihn zu stürzen, und sie scherzen mit ihm und beflecken ihn. Ebenso verhält es sich mit den törichten Männern: Wenn sie eine allein lebende schöne Frau sehen, beschwatzen sie sie und vergewaltigen sie, weil sie sie beflecken wollen. Wenn sie aber sehen, dass der Mann und seine Frau zusammenleben, können die Frauen nicht zum Mann gehen und die Männer nicht zur Frau gehen. So verhält es sich auch, wenn das Abbild und der Engel sich miteinander vereinigen. Niemand wird es wagen können, zu dem Mann oder zu der Frau zu gehen. Der, der aus der Welt kommt und (so) nicht länger ergriffen werden kann, obwohl er in der Welt war, ist offenkundig erhaben über die Begierde der [...] und die Furcht. Er ist Herr über die Natur, er ist besser als der Eifer. Wenn [...] kommt, ergreifen sie ihn und erdrosseln ihn. Und wie sollte auch dieser in der Lage sein, zu entfliehen den [großen ...] Mächten?  Und wie sollte er in der Lage sein, [...]. Es gibt einige, die sagen: ,,Wir sind Gläubige", damit [... den unreinen Geistern] und Dämonen. Wenn sie nämlich den Heiligen Geist hätten, würde sich kein unreiner Geist mit ihnen verbinden.

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Kommentare: 6
  • #1

    Clemens Satorius (Sonntag, 16 Juli 2017 19:13)

    zu 61) Mann und Frau bzw. Frau und Mann stehen für "Abbild und Engel". Naheliegend ist für uns die Deutung von Abbild und Engel als AP und HS. Mit Zusammenleben ist dann die wechselseitige Integration gemeint, die Überwindung der Dominanz (des Alleinelebens) der einen Seite, der AP - hier als alleinelebende(r) Frau/Mann gesehen. Die Wertigkeitszuordung ist auch deutlich: AP (männlich wie weiblich) gleich Abbild, HS gleich Engel. Es steckt aber noch einiges mehr im Spruch 61 wenn man von dieser Deutung ausgeht. Und wahrscheinlich gibt es noch andere Deutungen. Also noch einiges an möglicher Deutungsarbeit...

  • #2

    TvB (Montag, 17 Juli 2017 07:31)

    Man wartet gespannt!

  • #3

    Ruth Finder (Montag, 17 Juli 2017 16:30)

    zu 61) Mir scheint die Betonung in diesem Spruch auf dem Wort "zusammenleben" und auf den letzten zwei Sätzen zu liegen. Der Mensch ist beides - Abbild und Engel. Aber für die wechselseitige Integration am Anfang und im Verlauf des Weges und für ein harmonisches SEIN als Ziel - und das ist das wahre Zusammenleben - bedarf der Mensch einer Kraft bzw. ein Mensch muss für diese Kraft empfänglich sein, die sich über alle Menschen ergießt.

    Diese Kraft ist der Heilige Geist. Für mich beinhaltet dieser Geist den Willen, den der Mensch frei ausübt, aber im Einklang mit Gott und deswegen ist dieser Wille letztendlich Gottes Wille, und auch Gnade Gottes, als Unterstützung für die aktive Arbeit. Wenn dieser "Kitt" Abbild und Engel verbindet, und wenn daraus eine Einheit ohne innere Trennung entsteht, ohne Ungleichgewicht und Wertigkeiten, kann ein Mensch den "bösen" Mächten standhalten. Wer aber sagt, er sei derjenige, welcher dies und jenes glaube, ohne diese einende Kraft in sich zu haben/zu spüren/zu verstehen, trennt oft zwischen "Ich" und Gott, verharrt in passiver Erwartung, ist innerlich sehr aus der Ballance, und als Folge ist er für die "unreinen Geister", die nichts anderes als Elementale bedeuten, angreifbar und ergriffen.

  • #4

    Jonas Hochreiter (Dienstag, 18 Juli 2017 09:43)

    Hallo TvB! - mal sehen, ob es mir gelingt, Deine "Spannung" noch ein wenig zu reduzieren^^.

    Mir scheint, dass der Autor von 61 die einleitenden Sätze, wo er "Männliches" und "Weibliches" in wechselseitiger Abhängigkeit in gleicher Wertung geschickt hin- und herjongliert, auf diesen Satz hin dargestellt hat: "Und niemand wird ihnen entfliehen können, da man ihn ergreifen wird, falls er nicht eine männliche Kraft empfängt und eine weibliche - das sind der Bräutigam und die Braut." Ihm geht es also darum darzustellen, dass für unsere Erlösung BEIDES notwendig ist, also sowohl der Bräutigam (=männlich, Christus-Logos) als auch die Braut (=das Weibliche, hl. Geist).

    Konkreter ausgelegt würde Ersteres für mich bedeuten, dass wir uns als ein gemeinsames Selbst (als logoische Einheit) in unseren Mitmenschen als auch in der belebten und unbelebten Natur wiedererkennen, und das nicht nur als intellektuelle Erkenntnis, sondern tief gefühlt und empfunden. Der beim Autor gleichgestellte weibliche Aspekt als heiliger Geist stellt für mich den gleich wichtigen dynamischen Aspekt dar, wir sollen Gott selbst-bewusst in unseren Handlungen in den Welten der Trennung zum Ausdruck verhelfen, als ein breiter, offener Kanal dazu dienen, seine Liebe in die Welt einfließen zu lassen.

    Wenn wir dies alles verwirklichen, können wir uns über unsere „männlichen“ und „weiblichen“ unreinen Geister (wie Ruth schon stimmig dargestellt hat als unerwünschte Elementale in unserer AP) erheben und wir werden "Erhaben über die Begierde" und "Herr über die (animalische) Natur".

    Dass der Autor in plakativer Weise vor allem die animalischen Anteile unserer AP meint, die es zu beherrschen gilt, kann man quer durch den ganzen Text lesen: Frauen stürzen sich auf Männer, die ihnen gefallen, Männer vergewaltigen schöne Frauen, die Begierde, der Eifer, das Erdrosseln etc. Letztlich müssen wir ja auch zutiefst anerkennen, dass wir uns auf der materiellen Ebene befinden und hier deshalb naturgemäß die materiell-körperlichen Bedürfnisse besonders stark ausgeprägt sind.

    Die für die Transformation notwendige männliche und weibliche Kraft (Christus-Logos und hl. Geist) „erhält man aus dem abbildlichen Brautgemach“, also als Teil der spirituellen Gemeinschaft in den Trennungswelten. Das Resultat aus diesem Prozess ist die Vereinigung von Abbild und Engel, AP und HS, oder auch dem männlichen und dem weiblichen. Hier könnte man gewagterweise eine Zuordnung treffen, auch wenn sie einen klischeehaften Beigeschmack hat: Das Männliche als der aktive, handelnde, ungestüme, kämpferische, auch dickköpfige Teil von uns - als AP- gegenüber dem weichen, nachgiebigen, ruhigen, besonnenen, lenkenden „weiblichen“ Teil, den man dem HS zuordnen könnte. Oder bildlich gesprochen der Kopf als Mann und der den Kopf ausrichtende Hals als Frau (danke Maria für den schönen Vergleich^^).

    Nach der „Vereinigung von Abbild und Engel“ sind wir Herr über unsere Körper, wir verändern in spielerischer Leichtigkeit den Elemetalcocktail unserer AP entsprechend den gegebenen Notwendigkeiten, nehmen Elementale auf oder vernachlässigen sie wieder, ganz nach Belieben bzw. im Einklang mit dem göttlichen Plan bzw. entsprechend der Geschicktheit der Mittel.

    Wenn wir einst soweit sind, wird es dann den „unreinen Geistern und Dämonen“ nicht mehr möglich sein, zu uns als „Mann oder Frau zu gehen“, denn wir haben unsere innere, strukturelle Dualität überwunden und sind damit unangreifbar für sie. Sie haben keine Macht mehr über uns, denn wir haben uns die Welt im wahrsten Sinne des Wortes untertan gemacht.

  • #5

    Ruth Gabriel (Dienstag, 18 Juli 2017 11:39)

    zu 61) In der Gestalt als Mann oder Frau erleben wir besonders stark und deutlich den Wunsch nach Ganzheit / Vollkommenheit / Zuhause / Gott.
    Wenn wir uns mit unserem Geschlecht identifizieren ist in der Regel nur diese eine Perspektive möglich.
    Der Wunsch, Gott zu zu erleben und auszudrücken, scheint aber immer vorhanden zu sein. In der Identifikation mit unserer Rolle als Mann oder Frau bieten wir so unseren animalischen ‎Trieben eine große Angriffsfläche. Wir begehren die andere Perspektive, den Mann oder die Frau. In der Illusion, wenn wenn wir sie oder ihn "besitzen" dann würden wir "ganz", Gottes Liebe würde Ausdruck finden. Leider spielt sich dies alleine auf der animalischen Ebene ab. Völlig unbewusst.
    Und erst wenn wir "den Heiligen Geist haben", d.h. das Erkennen und das Transparent-werden-lassen (als Ausdruck) von Gott, leben in uns Mann und Frau zusammen und wir sind frei.
    Damit ist sicher nicht gemeint, dass Beziehungen zwischen Mann hat Frau grundsätzlich negativ zu bewerten seien oder überwunden werden müssen.
    Doch sicherlich überwunden werden müssen diese egoistischen und begehrlichen Aspekte und Energien.
    Deutlich wird in diesem Spruch, wie stark diese Energien zwischen den Geschlechtern sind: "Und niemand wird ihnen entfliehen können, da man ihn ergreifen wird, falls er nicht eine männliche Kraft empfängt und eine weibliche..."

  • #6

    Jonas Hochreiter (Donnerstag, 20 Juli 2017 09:38)

    Bei der Interpretation von 60 könnte man sich insofern an die Gedanken von 61 anlehnen, als dass man die Hochzeit als Vereinigung von Mann und Frau, also von AP und HS auslegen könnte. Auf einer höheren Ebene könnte man das Mysterium der Hochzeit auch als die persönliche Verbindung mit dem (männlichen) Christus Logos und dem (weiblichen) Heiligen Geist auffassen, die erst in ihrer Kombination die Überwindung der eigenen, inneren Dualität (AP und HS) bewirken kann.
    Die Alltagspersönlichkeit ist durch die "Hochzeit" dann ein direkter, bewusster (heilig geistiger) Ausdruck des sich selbst gewahren (logoischen) höheren Selbst geworden. Da sollten wir hinkommen.

    Trotzdem gibt es auch nach dieser "Hochzeit" für das höhere Selbst noch mannigfaltige Entwicklungsaufgaben, die zu bewältigen sind, wir sind dadurch nicht frei von Missverständnisse und Verwicklungen geworden. Dessen muss man sich bewusst sein. Wir werden also auch in weiterer Folge in unserer Weg-Arbeit noch viele Fehler begehen und daraus lernen.

    Das lässt sich am besten innerhalb einer gut ausgerichteten spirituellen Gemeinschaft umsetzen, wo Nachsicht und Vergebung der diversen Unzulänglichkeiten durch die starke, tiefe empfundene Verbundenheit und Nähe zu seinen Weggefährten leicht ist. Das kommt auch hier zum Ausdruck: "Denke an [ (ergänzt: die spirituelle)... Gemeinschaft], denn sie besitzt [...] Kraft."

    Zur "Hochzeit" noch: "Denn [ohne] es würde die Welt nicht [existieren]." deutet an, dass man die Welten der Trennung auch als eine gigantische, vielschichtige Schulungsebene für Erzengelwesen betrachten kann, die sich für den Weg der Individuation entschieden haben, und dass die Welten vorrangig auf diesen Zweck hin geschaffen wurden.

    "Ihr Abbild besteht in einer Befleckung" - Die negative Bewertung des Abbildes (der spirituellen Gemeinschaft) als "Befleckung" könnte auf die vielen Sekten hindeuten, die in ihrer materiellen, entwicklungshemmenden Ausrichtung - beispielsweise durch die Ausbeutung ihrer Mitglieder oder in Form von starren, vorgegebenen Lehren - die Ideale der wahren spirituellen Gemeinschaft oftmals in Gegenteil pervertieren, zum "Abbild" degenerieren.