Philippus 2.021

Spruch 45: Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. Niemand wird ohne den Glauben empfangen können. Niemand wird ohne Liebe geben können. Daher, damit wir nun empfangen, glauben wir. Damit wir lieben, geben wir. Denn wenn jemand nicht aus Liebe gibt, hat er keinen Nutzen von dem, was er gegeben hat.

Spruch 46: Wer den Herrn nicht empfangen hat, ist noch ein Hebräer.

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Kommentare: 2
  • #1

    Jonas Hochreiter (Donnerstag, 29 Juni 2017 11:18)

    Spruch 46 steht meines Erachtens nach in engem Zusammenhang mit Spruch 6, man könnte ihn als Wiederholung in verkürzter Form auffassen.

    "Wer den Herrn nicht empfangen hat, ist noch ein Hebräer" -- "und daher noch kein wahrer Christ", könnte man aus diesem Zusammenhang heraus ergänzen.

    Bezugnehmend auf die erhellende Interpretation von Clemens zu Spruch 6 könnte man auch in 46 anführen, dass sich der Unterschied zwischen einem "Hebräer" und einen "Christen" auf das unterschiedliche Gottesbild bzw. auf den unterschiedlichen Gotteszugang beziehen könnte.

    Der auf das Religionssystem basierende Glaube des Hebräers an den alttestamentlichen Demiurgengott (an den weltlichen Gott) wird vom gnostischen Christen durch die spirituelle Erfahrung von Gott außerhalb der Trennungswelten ersetzt. Dieser Christ hat daher schon "den Herrn empfangen".

  • #2

    Clemens Satorius (Donnerstag, 29 Juni 2017 16:44)

    zu 45) Der Glaube ist eine auf den/das Höchste/n ausgerichtete spirituelle Haltung. Die Liebe ist die die Haltung des Höchsten uns (seiner gesamten Schöpfung) gegenüber. Nur wenn wir die Haltung des Höchsten mit der rechten Ausrichtung (Glaubenshaltung) schrittweise in uns selbst kultivieren, können wir die Gaben der Liebe des Höchsten durch uns als Kanal in rechtem Geiste weitergeben - nur so entfalten die Gaben ihren vollen, nicht nur grobstofflich karmischen Nutzen.

    Übung für rechtes Lieben ist Geben, denn Haltung ohne entsprechende Werke ist tot - wobei Tun auch aktives Lassen sein kann!