Philippus 2.018

Spruch 37: Was der Vater besitzt, gehört dem Sohn. Und solange der Sohn selbst klein ist, vertraut man ihm das Seine nicht an. Aber wenn er zum Mann geworden ist, gibt sein Vater ihm alles, was er besitzt.

 

Spruch 40: Es gibt Tiere, die sich dem Menschen unterordnen, wie das Kalb und der Esel und andere dieser Art. Es gibt andere, die sich nicht unterordnen, die allein in den Wüsten leben. Der Mensch pflügt das Feld mit den Tieren, die sich unterordnen, und dadurch ernährt er sich und die Tiere, sowohl die, die sich unterordnen, als auch die, die sich nicht unterordnen. So verhält es sich auch mit dem vollkommenen Menschen. Durch die Kräfte, die sich unterordnen, pflügt er und sorgt dafür, dass alles entsteht. Denn deswegen besteht der ganze Ort, sowohl die Guten wie auch die Schlechten, die Rechten und die Linken. Der Heilige Geist weidet alle und herrscht über alle Kräfte, die sich unterordnen und die sich nicht unterordnen und die allein sind. Denn er [... (und)] schließt sie ein, damit, [wenn ...] wollen, sie nicht in der Lage sind zu entkommen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Ruth Finder (Dienstag, 20 Juni 2017 19:27)

    zu 40) Es geht hier um den Menschen in seinem ganzen Spektrum und um die Wirkungsweise bzw. das Interagieren der verschiedenen Ebenen innerhalb dieses "Systems": Also, um Unterbewusstsein ("die, die sich nicht unterordnen"), Bewusstsein ("die Kräfte, die sich unterordnen") und Überbewusstsein ("Der Heilige Geist"). Das Überbewusste (HS außerhalb der Welten der Trennung) sendet unentwegt geistige Impulse ("Der Heilige Geist weidet alle und herrscht über alle Kräfte, die sich unterordnen und die sich nicht unterordnen und die allein sind."). Das wahre Bewusstsein (HS innerhalb der Welten der Trennung) benutzt im Laufe seiner Vervollkommnung immer mehr von diesen Impulsen und setzt sie nach und nach um ("Durch die Kräfte, die sich unterordnen, pflügt er..."). Das Unterbewusste (animalische Ebene) bleibt von dieser Arbeit nicht unbeeinflusst - es sickert etwas nach unten bzw. es wird etwas nach oben geschoben, um sich der Transformation zu unterziehen ("...und sorgt dafür, dass alles entsteht. Denn deswegen besteht der ganze Ort, sowohl die Guten wie auch die Schlechten, die Rechten und die Linken.")
    Diese Arbeit an sich, dieses "pflügen", dieses Interagieren hin zur Vollkommenheit ist treffend - man denkt sich hier den Menschen statt der Welt - in einer chassidischen Geschichte beschrieben:

    "Die Welt ist wie ein kreisender Würfel, und alles kehrt sich, es wandelt sich der Mensch zum Engel und der Engel zum Menschen und das Haupt zum Fuß und der Fuß zum Haupt, so kehren sich und kreisen alle Dinge und wandeln sich, dieses in jenes und jenes in dieses, das oberste zu unterst und das unterste zu oberst. Denn in der Wurzel ist alles eines, und in dem Wandel und dem Wiederkehren der Dinge ist die Erlösung beschlossen." (Rabbi Nachman)

  • #2

    Ruth Finder (Dienstag, 20 Juni 2017 19:30)

    zu 37) Folgende Zusammenhänge:
    ein Zustand vor dem Durchbruch - nach dem Durchbruch
    "Schlafende" - "Erwachte"
    unbewusst - bewusst
    Hörerschaft - Volontäre/Aspiranten
    Hyliker-Psychiker - Psychiker-Pneumatiker

  • #3

    Jonas Hochreiter (Mittwoch, 21 Juni 2017 13:15)

    zu 37) Unsere Entwicklung ist eine stetige, kontinuierliche, genau so, wie der kleine "Sohn" mit der Zeit langsam zum "Mann" heranreift. Analog dazu gibt uns der Vater schrittweise "seinen Besitz", also Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Hand, angepasst an unseren jeweiligen Entwicklungsstand (über die Geschicktheit der Mittel).

    Wir erlangen als "Sohn" schrittweise die Kontrolle über unsere AP, steigern parallel dazu unsere geistigen Fähigkeiten und erlangen in weiterer Folge auch sukzessive direkte Kontrolle über die Materie. Wenn uns dann die Anwendung des schöpferischen Äthers anvertraut wurde werden wir letztlich im Einklang mit dem göttlichen Plan demütige Mitschöpfer an Gottes Werk, wir treten damit als "Mann" unser volles Erbe an.

  • #4

    Jonas Hochreiter (Mittwoch, 21 Juni 2017 14:11)

    Zu Spruch 40 gäbe es noch eine weitere Interpretationsmöglichkeit, wenn man die Tiere/Kräfte als Sinnbild für Elementale auffassen will (Interpretation jeweils im Klammerausdruck):

    Es gibt Tiere (=Elementale), die sich dem Menschen unterordnen, wie das Kalb und der Esel und andere dieser Art (dem Menschen bewusste, meist dienliche, nützliche Elementale, wie etwa Körperelementale, beispielweise Gehen, Schreiben, Autofahren...).

    Es gibt andere, die sich nicht unterordnen, die allein in den Wüsten leben (möglicherweise nicht dienliche Elementale, wie etwa Neid, Zorn, Eifersucht, die als Gruppenelementale in der "Wüste", also ohne Nahrung ruhen und sich von Zeit zu Zeit über uns vitalisieren müssen;
    oder Elementale, die wir bislang noch nicht bewusst zum Ausdruck gebracht haben und die deshalb allein und in der "Wüste", also ohne unsere Nahrung in uns sind).

    Der Mensch pflügt das Feld mit den Tieren (wir leben unseren Alltag und handeln unter laufender Verwendung von Elementalen), die sich unterordnen, und dadurch ernährt er sich und die Tiere (wir bewältigen so unser Leben und vitalisieren gleichzeitig unsere Elementale), sowohl die, die sich unterordnen, als auch die, die sich nicht unterordnen.

    So verhält es sich auch mit dem vollkommenen Menschen (= das Gleiche gilt auch für relativ vollendete Meister). Durch die Kräfte, die sich unterordnen, pflügt er und sorgt dafür, dass alles entsteht (= die Verwendung von schöpferischen Elementalen, Verwendung des schöpferischen Äthers).

    Denn deswegen besteht der ganze Ort (die Menschen, die Welt), sowohl die Guten wie auch die Schlechten, die Rechten und die Linken. Der Heilige Geist weidet alle (allen wird ohne Unterschied vom hl. Geist ätherische Vitalität zur Verfügung gestellt) und herrscht (mittels der Erzengel) über alle Kräfte, die sich unterordnen (dem Menschen bewusst sind, die er kontrolliert) und die sich nicht unterordnen und die allein sind (auch verborgene, unbewusste Elementale, die in uns noch schlummern).

    Denn er [... (und)] schließt sie ein, damit, [wenn ...] wollen, sie nicht in der Lage sind zu entkommen.

  • #5

    Clemens Satorius (Mittwoch, 21 Juni 2017 16:18)

    Nenno, über Tiere gleich Elementale wollte ich doch schreiben... ^^

  • #6

    Clemens Satorius (Mittwoch, 21 Juni 2017 17:25)

    zu 40) Gut, versuche ich mal einen anderen Winkel: Die Elementale, die sich dem Menschen unterordnen, sind die Elementale, aus denen die AP zusammengesetzt ist. Die Elementale, die sich nicht unterordnen und allein sind, sind die Gruppenelementale, die zu groß und machtvoll sind, als dass sie sich einem Einzelnen unterordnen könnten - wenngleich sie die Einzelnen beeinflussen (können) und Ableger in den APs bilden (können). Und im Wechselspiel sind es diese Ableger, die dem Menschen untergeordnet sind, duch die er "pflügt und dafür sorgt, dass alles entsteht" und so nicht nur die Ableger, sondern auch die Gruppenelementale außerhalb der AP vitalisiert.
    Dieser Mechanismus funktoniert auf alle Elementale und Gruppenelementale bezogen. Unabhängig davon, ob es gute oder schlechte, rechte oder linke (Gruppen-)Elementale sind. Und, wie Jonas schon schrieb, die Basisenergiequelle für die Vitalisierung ist die ätherische Vitalität, die durch den Heiligen Geist unerschöpflich und gleichmäßig bereitgestellt wird.

  • #7

    Clemens Satorius (Mittwoch, 21 Juni 2017 18:34)

    Ach ja, der vollkommene Mensch. Die Abläufe sind grundsätzlich die gleichen, wie bei einem "unvollkommenen" Menschen. Er ist nur frei gegenüber sich selbst und insofern nicht Opfer der AP. Er gestaltet den Zugriff auf die Gruppenelementale und die Eingliederung der Ableger derselben in seine AP aus dem freien Tanz heraus - Einsicht in Notwendigkeiten, Schaffensfreude, nicht eingeschränkte individuelle Entscheidung, Gleichklang mit dem Höchsten, spielerische Freude usw..