Philippus 2.016

Spruch 32: Es waren drei, die allezeit mit dem Herrn wandelten: Maria, seine Mutter, und ihre Schwester und Magdalene, die man seine Gefährtin nennt. Denn (eine) Maria ist seine Schwester und seine Mutter und seine Gefährtin.

Spruch 33: Der ,Vater' und der ,Sohn' sind einfache Namen; der ,Heilige Geist' ist ein doppelter Name. Sie sind nämlich an allen Orten. Sie sind oben, sie sind unten, sie sind im Verborgenen, sie sind in den offenbaren (Dingen). Der Heilige Geist ist in dem Offenbaren: Er ist unten. Er ist in dem Verborgenen: Er ist oben.

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens Satorius (Samstag, 17 Juni 2017 19:20)

    zu 33) Der Autor versucht vielleicht auszudrücken, dass Vater und Sohn einfache Namen seinen, weil auch Vater und Sohn nur einfach verortet seien. Der Vater außerhalb der Trennungswelten und der Sohn als sein Bote, Vertreter oder auch Ausdruck innerhalb der Trennungswelten. Der Heilige Geist mit seinem Doppelnamen ist entsprechend auch an ZWEI Orten: außerhalb UND innerhalb der Trennungswelten, im Verborgenen und im Offenbaren.

  • #2

    Jonas (Montag, 19 Juni 2017 16:54)

    Manchem Vertreter der beiden großen Amtskirchen ist sicherlich die Luft weggeblieben, es er zum ersten Mal im Philippusevangelium von Maria Magdalena als der Gefährtin Jesu gelesen hat. In einem anderen Zitat, das wir glaube ich schon behandelt haben, wird sie noch weitreichender als seine Geliebte bezeichnet. Mittlerweile hat man ihr von Seiten der Amtskirche den Status einer Jüngerin zuerkannt, als Apostelin wagt man sie noch nicht zu bezeichnen. Letztlich symbolisiert und repräsentiert sie aber etwas weitaus Höherstehendes.

    In 32 wird auf die drei Frauen, die Jesus begleiteten, eingegangen, sie werden im letzten Satz als eine EINZIGE "Maria" gesehen. Man kann das -auch in Hinblick auf die Zahl drei - als einen direkten Hinweis auf den heiligen Geist, also die göttliche Mutter sehen, mit der Jesus eins war und die mit ihm und durch ihn wirkte (seit seiner Taufe im Jordan). In neugnostischen Kreisen, aber auch in Teilen der orthodoxen Kirche!, spricht man auch gerne von der "Sophia" als Repräsentantin des göttlich weiblichen, die in Jesus wirkte. Symbolisch dargestellt wurde das göttlich weibliche Prinzip über die Jahrhunderte hinweg vor allem durch schwarze Madonna-Darstellungen (ausgehend von Frankreich). Die schwarze Gesichtsfarbe bezieht sich symbolhaft auf die beschriebene Dunkelheit in der Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 1, wo es heißt: "Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist (=hl.Geist) schwebte über dem Wasser. Gott sprach, es werde Licht (= Christus-Logos Licht) Und es wurde Licht."
    Die Verehrung und Anbetung der göttlichen Mutter erfolgte bedingt durch die weitestgehend patriarchalisch geprägten Gesellschaften im Geheimen über die Darstellungen der Maria, direkt war das so nicht möglich.
    Es gibt also eine traditionelle symbolische Verbindung zwischen "Maria" und dem hl. Geist, aus der man diese Interpretation zu 32 ableiten kann.