Philippus 2.013

Spruch 25: Durch Feuer und Wasser wird der ganze Ort gereinigt. Die offenbaren Dinge durch die offenbaren Dinge, die verborgenen Dinge durch die verborgenen Dinge. Es gibt einige, die verborgen sind durch die offenbaren Dinge. Wasser ist im Wasser, Feuer ist im Salböl.

Spruch 26: Jesus trug sie alle heimlich. Er offenbarte sich nämlich nicht so, wie er war, sondern er offenbarte sich so, wie sie ihn würden sehen können. Er offenbarte sich (aber) allen. Er offenbarte sich den Großen als Großer. Er offenbarte sich den Kleinen als Kleiner. Er offenbarte sich den Engeln als Engel und den Menschen als Mensch. Deswegen verbarg sich sein Logos vor allen. Einige sahen ihn zwar, indem sie (jedoch) glaubten, sie würden sich selbst sehen. Aber als er sich seinen Jüngern in Herrlichkeit auf dem Berg offenbarte, war er nicht klein. Er war groß geworden. Aber er machte die Jünger groß, damit sie in der Lage sein würden, ihn in seiner Größe zu sehen. Er sagte an jenem Tage in der Danksagung: ,,Der (du) das vollkommene Licht mit dem Heiligen Geist vereinigt hast, vereinige die Engel auch mit uns, den Abbildern."

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Kommentare: 3
  • #1

    Clemens Satorius (Samstag, 10 Juni 2017 16:02)

    zu 26) Eine schöne Beschreibung der "Geschicktheit der Mittel" - Jesus zeigte sich jedem so, wie er ihn sehen konnte. Seine Jünger jedoch erhob er sogar auf eine höhere Stufe, damit sie ihn "in seiner Größe" würden sehen können.

    Es ist aber nicht ganz klar, ob er sich ihnen in seiner GANZEN Größe zeigte, denn anfangs steht ja, dass er ALLE heimlich trug und seinen LOGOS vor ALLEN verbarg. Logos hier vielleicht als seine höchste göttliche Wesensnatur außerhalb der Trennungswelten? Dann hätte er sich den Jüngern möglicherweise nur in seiner höchsten göttlichen Natur innerhalb der Trennungswelten gezeigt? Über den Unterschied ließe sich nachdenken.

    Auch seine Danksagung ist interessant. Wahrscheinlich spricht er sie stellvertretend für die Jünger - oder seiner Menschwerdung entsprechend mit großer Demut - oder eben tatsächlich als entwickelter Mensch. Wir wissen ja nicht faktisch um seinen Status.

    Was aber sagt er? Dass er sich wünscht, dass - so wie Gott seinen Ausdruck außerhalb der Trennungswelten (das vollkommene Licht) mit seinem schöpferischen Aspekt (seinem heilig-geistigen Ausdruck) innerhalb der Trennungswelten vereint hat - die Menschen, auf die selbe Weise ihre HS (ihre Engel) mit ihren Abbildern, den APs, vereinen/vereint bekommen.

  • #2

    Jonas (Montag, 12 Juni 2017 11:18)

    25) könnte man eventuell folgendermaßen interpretieren:
    "Durch Feuer (=Kundalinifeuer, Pfingstfeuer, (im taoistischen Sinn) transformierte Sexualkraft) und Wasser (=ätherische Vitalität) wird der ganze Ort (=Mensch) gereinigt."
    Es geht also um die Reinigung/Umwandlung des Menschen in einem Prozess, den wir selbst auch durch die spinale Psychopraktik aktiv fördern und unterstützen können. Durch das Hochführen von ätherischer Vitalität in dieser Übung werden sowohl "die offenbaren Dinge", also die Blockaden (Mängel), die uns schon bewusst sind, als auch die "verborgenen Dinge", die uns noch nicht bewusst sind, sukzessive bearbeitet und aufgelöst. Es gibt auch für andere offenbare Dinge, die also für einen Außenstehenden klar erkennbar sind, uns selber aber noch verborgen sind, welche mit dieser Methode ebenfalls bearbeitet werden.

    "Wasser (=ätherische Vitalität) findet man in Wasser" (=dem physischen Element), ist für uns also über die Aufnahme von (materiellem) Wasser, Nahrung, Luft etc. direkt verfügbar.
    Das "Feuer ist im Salböl enthalten", etwas, das wir nicht unmittelbar verfügbar haben, das uns gegeben werden muss, man kann es also als Geschenk und als Gnade uns gegenüber auffassen.

  • #3

    Clemens Satorius (Montag, 12 Juni 2017 12:31)

    zu 25) Wasser und Feuer lassen sich auch als Taufe und Salbung (der Gesalbte im Sinne von der Auserwählte) lesen. Die Taufe (Wasser) ist eine offene Willenserklärung auf ein ebenso offenes Angebot (Volontariat). Die Salbung ist Prozess, Ausdruck und Abschluss eines verborgenen Prozesses - der Aspirantwerdung, bei dem das äußere spirituelle (Gottes-)Feuer als inneres Feuer erkannt wird. Das Feuer ist nicht offenbar, die Salbung wird in einem letzten Akt äußerlich (offenbar) vollzogen - die Aspiranz wird anerkannt.

    Der Ort ist, wie von Jonas gesagt, der Mensch, das Individuum. Und darüber hinaus auch die ganze Welt, als welche der letztlich in Sabaoth verwandelte Jaldabaoth zu sehen wäre.