Nachtrag

Logion 13) Jesus sprach zu seinen Jüngern: „Vergleicht mich, sagt mir, wem ich gleiche.“
Simon Petrus sprach zu ihm: „Du gleichst einem gerechten Engel.“
Matthäus sprach zu ihm: „Du gleichst einem weisen Philosophen.“
Thomas sprach zu ihm: „Meister, mein Mund ist völlig unfähig auszusprechen, wem du gleichst.“
Jesus sprach: „Ich bin nicht dein Meister. Da du getrunken hast, bist du trunken geworden von der sprudelnden Quelle, die ich vermessen habe.“
Und er nahm ihn und zog sich zurück und sagte ihm drei Worte.
Als Thomas aber zu seinen Gefährten zurückkehrte, fragten sie ihn: „Was hat dir Jesus gesagt?“
Thomas sprach zu ihnen: „Wenn ich euch eines der Worte sage, die er mir gesagt hat, werdet ihr Steine nehmen und sie nach mir werfen, und ein Feuer wird aus den Steinen hervorkommen und euch verbrennen.“

Clemens Satorius
zu 13) Thomas wird zwar auch zurechtgewiesen, aber er ist offensichtlich der Qualifizierteste der drei Schüler. Im wurden drei „Worte“ mitgeteilt – vielleicht auch im Sinne von drei „Aussagen“. Ein Sprich“wort“ ist ja auch eine komplexere Aussage aus mehreren Wörtern. Vielleicht drei spirituelle Aussagen wie: 1) Wahrheiten lassen sich nur näherungsweise und perspektivisch eingeschränkt in Worte fassen. Sie sind daher niemals mit den Worten identisch. 2) Wahres Selbst und Alltagspersönlichkeit sind wie Körper und Schatten. 3) Jeder Mensch ist für die ganze Welt verantwortlich. Ursachen jedweden Schadens muss er zuerst bei sich selbst bekämpfen.

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