Philippus 2.010

Spruch 17: Einige sagten: ,,Maria ist vom heiligen Geist schwanger geworden." Sie sind im Irrtum. Sie wissen nicht, was sie sagen. Wann ist je eine Frau von einer Frau schwanger geworden? Maria ist die Jungfrau, die keine Macht befleckte. Sie ist ein großer Fluch für die Hebräer - das sind die Apostel und die Apostelschüler. Diese Jungfrau, die keine Macht befleckte [...] die Mächte befleckten sich selbst. Und der Herr hätte nicht gesagt: ,,Mein Vater, der im Himmel ist", wenn er nicht noch einen anderen Vater gehabt hätte, sondern er hätte einfach gesagt: ,,Mein Vater!"

Spruch 18: Der Herr sagte zu den Jüngern: ,,[...] von jedem Haus. Kommt (oder: Bringt) in das Haus des Vaters! Nehmt weder etwas weg in dem Haus des Vaters noch tragt etwas weg!"

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Kommentare: 4
  • #1

    Ruth Gabriel (Freitag, 02 Juni 2017 08:19)

    Zu Spruch 18:
    Bringt Bewusstsein, das ihr bekommt durch die Erfahrungen in den Welten der Trennungen, in das Haus des Vaters. Benutzt nichts, das vom Vater gegeben wurde, für eure AP. Seid Weg-Arbeiter mit Ausrichtung.

  • #2

    Jonas (Freitag, 02 Juni 2017 10:31)

    In Spruch 17 wehrt sich dessen Autor offenbar gegen beginnende dogmatische Ansätze in den Christengemeinden, wie etwa Marias jungfräuliche Empfängnis Jesu´ durch den heiligen Geist. Er führt dazu als weiteres Argument an, dass Jesus bewusst die Bezeichnung "mein Vater, der im Himmel ist" gewählt hat, woraus der Autor schließt, dass er damit eine Unterscheidung zu seinem "materiellen" Vater ausdrücken wollte.

    Mit der Argumentation, dass der heilige Geist, der - wie wir ja wissen - DAS Symbol für das Weibliche Schöpfungselement an sich ist, für die Empfängnis Marias nicht verantwortlich sein kann, da eine Frau nicht von einer Frau schwanger werden kann, begibt sich der Autor leider auf genau die (theologische) Ebene herab, die er damit eigentlich kritisieren will. In dieser Aussage (Frau von Frau schwanger) klingt meines Empfindens nach auch ein wenig Ironie/Sarkasmus gegenüber der sich langsam etablierenden Institution Kirche durch, die versucht, Glaubengrundsätze, die von vielen geteilt werden, in dogmatischer Form festzuhalten, egal, ob sie der Wahrheit entsprechen oder nicht. Ein Überprüfen der eigenen, persönlichen, vorläufig als Arbeitshypothese angenommenen Glaubenssätze durch eigene Erfahrungen, wie es bei den Pneumatikern gelebt wird, wird dadurch abgelehnt und ausgeschlossen.

    Man könnte deshalb aus den Aussagen in 17) also auch eine beginnende Trennung der Urchristengemeinde in Psychiker und Pneumatiker herauslesen.

  • #3

    Jonas (Freitag, 02 Juni 2017 12:23)

    eindrucksvolle Interpretation von 18), RG - Danke

  • #4

    Ruth Finder (Freitag, 02 Juni 2017 14:11)

    zu 18) Zuvor zwei chassidische Geschichten.

    - Als Rabbi Jizchak Meir von Ger ein kleiner Junge war, brachte ihn seine Mutter zum Rabbi Israel von Kosnitz, einem weisen Zaddik. Ein Schüler vom Rabbi fragte den Jungen: "Jizchak Meir, ich gebe dir einen Gulden, wenn du mir sagst, wo Gott wohnt."
    Der Knabe antwortete: "Und ich gebe dir zwei Gulden, wenn du mir sagen kannst, wo er nicht wohnt."

    - Rabbi Bunam erging sich einmal mit einigen Schülern vor der Stadt. Er bückte sich, hob ein Sandbröcklein auf, betrachtete es und legte es wieder an seinen Ort. "Wer nicht glaubt", sagte er, "dass Gott will, dieses Bröcklein solle eben hier liegen, glaubt nicht."

    Wir müssen bewusst in die Gottes Wirklichkeit eintreten ("Gottes Haus"), die überall ist, und nicht jeder bei seiner eigenen Wirklichkeit ("von jedem Haus") haltmachen. Wir müssen Gottes Plan akzeptieren - die Dinge (an)nehmen, wie sie sind (nichts wegnehmen). Und wir sollen nicht hochmütig werden und mit Stolz allein uns selbst die Verdienste zuschreiben, und uns damit von Gott entfernen/abtrennen/entfremden (etwas davon tragend das Haus Gottes verlassen).