Philippus 2.008

Spruch 13: Die Archonten wollten den Menschen täuschen, weil sie sahen, dass er eine Verwandtschaft zu dem wahrhaft Guten besaß. Sie nahmen den Namen derer, die gut sind, und gaben ihn denen, die nicht gut sind, damit sie den Menschen täuschen durch die Namen und sie sie binden an die, die nicht gut sind. Und dann, was für eine Gunst sie ihnen erweisen! Sie veranlassen sie, sich von denen, die nicht gut sind, zu entfernen, und sie versetzen sie zu denen, die gut sind. Diese kannten sie; denn die Archonten wollten den Freien nehmen und sich ihn zum Sklaven machen bis in Ewigkeit.

 

Spruch 14: Es gibt Kräfte, die [...] den Menschen, indem sie nicht wollen, dass er erlöst werde, damit sie werden [...]. Wenn nämlich der Mensch gerettet wird, dann werden keine Opfer mehr geschehen [...] und keine Tiere werden den Kräften geopfert werden. Denn die Tiere sind es, die sie ihnen darbrachten. Sie brachten sie zwar lebend dar; aber als sie sie darbrachten, starben sie. Den Menschen brachten sie Gott dar, der (sicher: der Mensch) tot war, und er lebte.

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Kommentare: 2
  • #1

    Jonas (Montag, 29 Mai 2017 09:19)

    zu 14: Die Kräfte, die nicht wollen, dass der Mensch erlöst wird, könnte man als negative Gruppenelementale, wie etwa Hass, Neid, Unzucht etc. auslegen, deren Interesse es ist, dass die Menschen diesen Schwächen fortlaufend nachgehen, um dadurch permanent gestärkt zu werden. Die "Opfer", die diesen Gruppenelementalen dargebracht werden, sind unsere ätherische Vitalität, die wir ihnen überantworten, verbunden mit den karmischen Konsequenzen, die uns dadurch zufallen. Die "Tiere" bzw. die Tieropfer, von denen der Text spricht, deuten vor allem auf niedere Elementale der animalische Ebene hin.

    Ein "geretteter Mensch", der also die Herrschaft über diese Elementale erlangt und seine AP gereinigt hat, bringt ihnen somit keine Opfer mehr dar. Er hat seine Verbindungen zu den Gruppenelementalen gekappt und bewirkt dadurch, dass diese von ihm nicht mehr genährt werden. Er bringt seine ätherische Vitalität jetzt Gott dar, indem er die unerwünschten Gedankenformen in seiner Alltagspersönlichkeit durch lichtbringende ersetzt hat. Der Mensch war "tot", jetzt "lebt" er wieder.

  • #2

    Jonas (Montag, 29 Mai 2017 14:01)

    13) könnte man folgendermaßen verstehen: Die Archonten, als Diener des Demiurgen/Jaldabaoths, wollten die Menschen vom einzigen, wahren Gott abbringen, indem sie viele verschiedene Gottheiten erschufen, um die Menschen, die ihrem Wesen nach Gott entsprechen, sich zu Diensten zu machen. Sklaven sollten sie werden und ihre ätherische Vitalität für allerlei Annehmlichkeiten und Genüsse dem Weltgeist und seinen Helfershelfern opfern.

    Ziel der Archonten war es, die Menschen durch diese Verwirrung, durch die materiellen Genüsse "zum Sklaven zu machen bis in Ewigkeit." Das Karmagesetz machte ihnen aber einen Strich durch die Rechnung, die Archonten erreichten im Endeffekt genau das Gegenteil. Durch die Fehler, die die Menschen auf ihren Abwegen machten, sammelten sie die notwendigen Erfahrungen und erlangten Einsicht, Erkenntnis und Weisheit. Dadurch wurde die Entwicklung der Menschen letztendlich sogar beschleunigt.

    Diesen Zusammenhang könnt wir auch in Goethes Faust nachlesen:
    Faust zu Mephistopheles: "...Nun gut, wer bist du denn?"
    Antwort von Mephistopheles: "Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft."