Philippus 2.006

Spruch 8: Auf diese Weise wird er keine Ernte haben. Nicht allein wird sie [...] hervorkommen, sondern auch am Sabbat [...] ist sie ohne Frucht.

Spruch 9: Christus ist gekommen, damit er einige zwar loskaufe, andere aber rette, (wieder) andere erlöse. Die Fremden kaufte er los, er machte sie zu den Seinen, und er sonderte (oder: rettete) die Seinen ab, die er als Pfand nach seinem Willen gegeben hat. Er hinterlegte die Seele nicht erst, als er in Erscheinung trat, als er wollte, sondern seit dem Tage, an dem die Welt besteht, hinterlegte er die Seele. Dann kam er das erste Mal, um sie (wieder) wegzunehmen, da sie als Pfand gegeben worden war. Sie geriet unter die Räuber und wurde gefangengenommen. Und er rettete sie. Und er erlöste die Guten in der Welt ebenso wie die Bösen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Ruth Gabriel (Freitag, 26 Mai 2017 09:49)

    Zu Spruch 8:
    Ich sehe das in engem Bezug zu Spruch 7. Wenn wir die Aufgabe/das Ziel/die Ernte allein in der materiellen Welt sehen, indem wir nach Vermehrung von Wohlstand, Gutmenschentum usw. streben, verfehlen wir die wahre Aufgabe und Ernte, die nur durch beständige Entwicklung und Bewegung stattfinden kann. Die Frucht entsteht daraus, dass wir den Weg erkennen und ihn auch gehen. Immer und immer mehr.

  • #2

    Ruth Finder (Freitag, 26 Mai 2017 11:26)

    zu Spruch 8: Auf diese Weise wird er keine Ernte haben. Nicht allein wird sie [in der Geschäftigkeit der Woche ohne innere Sammlung] hervorkommen, sondern auch am Sabbat [in dem bloßen Nichtstun und in dem blinden befolgen der Regeln ohne Einkehr der Seele in Gott...] ist sie ohne Frucht.
    Heißt, wir müssen unser Tun vergeistigen und unseren Geist aktiv mit Gott interagieren lassen und nicht in einer leeren Form/Frömmigkeit erstarren lassen. Wenn unsere Gedanken, Worte und Tun mehr und mehr eine Einheit bilden, dann werden wir "ernten".

    Ich finde, dass der Rabbi Mendel von Kotzk das auch sehr gut ausgedruckt hat:

    Einmal sagte Rabbi Menachem Mendel von Kozk zu Rabbi Jizchak Meir von Ger: "Ich weiß nicht, was wollen sie von mir! Die ganze Woche tut jeder, was er will, und wenn Sabbat kommt, zieht sich jeder den schwarzen Talar an und legt den schwarzen Gürtel drum und setzt den schwarzen Pelzhut auf und ist schon auf du und du mit Gott! Ich aber sage: wie sein Wochenwerk, so sein Sabbatwerk."

  • #3

    Clemens Satorius (Freitag, 26 Mai 2017 12:10)

    zu Spruch 9) In diesem Spruch wird wieder zwischen Pneumatikern, Psychikern und Hylikern unterschieden. Die "Fremden" sind die Pneumatiker, fremd in der Welt, die Kleinen, die Kinder. Sie werden losgekauft, denn sie sind die Seinen von Anfang an (in gewissen radikal trennenden gnostischen Kreisen so gesehen). Sie wurden von Christus als Pfand in die Trennungswelten gegeben - für die schließlich eintretende Erlösung aller - der Guten wie der Bösen. Schon seit Bestehen der Trennungswelten sind jedoch die Seelen (die Höheren Selbste) der Pneumatiker für das Pneumatikertum bereitgehalten/hinterlegt. Sie gerieten quasi schuldlos unter die Räuber und wurden von Jaldabaoth und seinen Dienern gefangen genommen. Psychiker und Hyliker hingegen hatten Anteil an Jaldabaoths Werk

    Die Pneumatiker sind durch Christi Erscheinen losgekauft. Die Psychiker rettet er. Die Hyliker erlöst er. Die Erlösung ist der Rettung untergeordnet, die Rettung dem Loskauf.

    Die Erlösung steht für das Wirken des Karmas. Die Rettung für die Möglichkeit/Chance durch Glaubensinhalte AP/HS in den Trennungswelten beschleunigt zu veredeln. Der Loskauf steht für die Möglichkeit, durch aktive Weg-Arbeit denn schnellsten Weg zur Freiheit zu beschreiten.