Philippus 2.004

Spruch 5: Seit dem Tag, an dem Christus in die Welt gekommen ist, wird die Welt
geschaffen, die Städte geschmückt und das Tote herausgetragen.

Spruch 6: Als wir (noch) Hebräer waren, waren wir Waisen und hatten (nur) unsere Mutter.
Als wir Christen wurden, bekamen wir Vater und Mutter.

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Kommentare: 7
  • #1

    Ruth Finder (Sonntag, 21 Mai 2017 22:59)

    zu 5) Man könnte damit auch einen Prozess der persönlichen Verwirklichung beschreiben: Seitdem in einem Menschen die Erkenntnis gereift ist, dass das HS seine wahre Natur ist, wird eine Transformation seiner Wirklichkeit stattfinden, auf allen Ebenen seines Daseins wird er sich positiv entwickeln und er wird seine egoistischen Anteile überwinden.

  • #2

    Ruth Finder (Montag, 22 Mai 2017 09:35)

    In dem Spruch 5 trägt das Evangelium, das "frohe Botschaft" bedeutet, seinem Namen die Rechnung. Mit Christus kamen Licht, Freude, Inspiration in die Welt und der Weg der Befreiung wurde aufgezeigt.

  • #3

    Jonas (Montag, 22 Mai 2017 12:11)

    Aus 5 kann man auch herauslesen, dass über die persönliche Veränderung/Verwirklichung (#1 R.F.) im Christusbewusstsein auch die gesamte Welt mitverändert wird: "Seit dem Tag, an dem Christus in die Welt gekommen ist, wird die Welt geschaffen,...". Aus Jaldabaoth wird durch unsere Verwandlung schrittweise Sabaoth.

  • #4

    Jonas (Dienstag, 23 Mai 2017 07:34)

    6) könnte man vielleicht so betrachten, dass Jesus mit seinen Lehren das Gottesbild des alten Testamentes berichtigt und so den Menschen wieder einen direkten Zugang zu Gott eröffnet hat, er hat ihnen also in dieser Hinsicht den Vater wiedergegeben.
    Die Menschen sind nicht mehr orientierungslose Waisenkinder ohne väterliche Führung und Schutz, sondern wissen wieder von ihrer Herkunft und ihrem Weg.

  • #5

    Ruth Finder (Dienstag, 23 Mai 2017 10:26)

    zu 6) Ich habe auch in diese Richtung gedacht. Im Gegensatz zu den Göttern VOR dem jüdischen Monotheismus, die der Mensch NICHT als unerreichbar empfunden hat, als ihm komplett wesensfremd und gar gnadenlos und straffend, geschah das schrittweise mit dem Jahwe-Glauben. Der Mensch empfand sich zunehmend als mutter(!)seelenallein auf der Mutter(!)erde. Christus hat die Botschaft gebracht, dass Gott ein allzeit und überall anwesender, erfahrbarer, gnadenvoller und helfender Vater ist.

  • #6

    Clemens Satorius (Donnerstag, 25 Mai 2017 17:02)

    zu 6) Wie kann man Waise sein und eine Mutter haben? Vielleicht werden hier zwei unterschiedliche Dinge genannt. Dann wäre der zweitgenannte Zustand vielleicht auch ein doppelter: Waise sein und Vater und Mutter haben.

    Aus gnostischer Sicht könnte man den "Hebräern" nur eine Mutter zusprechen, weil sie an den Demiurgengott glauben, der der Gott der Welt ist. Die Welt ist ihre "Mutter" - ihre geburtsbezogene Herkunft. Den (gnostischen) "Christen" dagegen ist der Vater via WISSEN um den Vater außerhalb der Trennungswelten dazugegeben.

    Informationswissen und Glaubensform entheben aber dann wohl nicht vom Zustand des Waisen-Seins. Wir müssten tatsächlich die "Kindschaft" eintreten - Kind sein. Etwas, das L. auch immer wieder unterstreicht.

    Zudem sind hier zwei Arten von Kindschaft angedeutet. Eine "hebräische" und eine "christliche". Ich würde sagen: eine religiöse und eine spirituelle. Das entspricht wieder der gnostischen Sichtweise von den zwei Erlösbarkeiten - der des Psychikers und der des Pneumatikers.

    Die Erlösung ereignet sich dann durch den Eintritt in die Kindschaft - den Austritt aus der Waisenschaft. Wir können dabei zum Beispiel an einen gewissen Grad an Verwirklichung denken. Aspiranz? KIND der spirituellen Gemeinschaft?

  • #7

    Clemens Satorius (Donnerstag, 25 Mai 2017 19:17)

    zu 5) Im Johannesevangelium steht in den ersten drei Sätzen:

    "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist."

    Spruch 5 streicht mit anderer Gewichtung das Gleiche heraus: Das Wort/der Logos/Christus sind von Anfang an in der Welt und seitdem geschehen in einen fortlaufenden und voranschreitenden Prozess Schöpfung, Verschönerung (dort wo Menschen sind) und Entfernung des Toten. Das Erlösungswerk läuft vom ersten Moment des Entstehens der Trennungswelten. Und selbst die anfängliche VER-Wicklung bedeutet ENT-Wicklung. Sehr beruhigend!