Thomas 2.98

(91) Sie sprachen zu ihm: „Sage uns, wer du bist, damit wir an dich glauben.“
Er sprach zu ihnen: „Ihr prüft das Antlitz des Himmels und der Erde, und den, der vor euch ist, habt ihr nicht erkannt, und dieses Nu wißt ihr nicht zu prüfen?“

(92) Jesus sprach: „Sucht, und ihr werdet finden. Aber worum ihr mich in jenen Tagen fragtet und was ich euch nicht sagte, jetzt will ich es sagen, und ihr fragt nicht danach.“

(93) Jesus sprach: „Gebt nicht, was heilig ist, den Hunden, damit sie es nicht auf den Misthaufen werfen. Werft die Perlen nicht vor die Schweine, damit sie sie nicht [zu Dreck machen?].“

(94) Jesus [sprach]: „Wer sucht, wird finden; [und wer anklopft,] dem wird geöffnet werden.“

(95) [Jesus sprach:] „Wenn ihr Geld habt, verleiht es nicht mit Zins, sondern gebt dem, von dem ihr es nicht zurückerhalten werdet.“

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Kommentare: 11
  • #1

    Hendrik (Dienstag, 09 Mai 2017 18:18)

    zu 91) Das Nu angenommen als Zeitdauer des Augenblicks - hier meint Jesus vielleicht einfach, dass wir ("ihr") mit unserer Aufmerksamkeit von der Gegenwart abschweifen bzw. permanent abgeschweift sind. Und daraus erwächst auch die Unaufmerksamkeit, ihn (und letztlich auch alles andere) nicht zu erkennen, wenn wir ihn vor der Nase haben, da wir eben in Vorstellungen schwelgen.

  • #2

    Ruth Finder (Dienstag, 09 Mai 2017 19:17)

    zu 93) Wir müssen sehr aufpassen, dass unser innerer Schweinehund (das Ego) die Erkenntnisse und Fortschritte, die wir gemacht haben, nicht in sich integriert und zu seinen Zwecken missbraucht.

  • #3

    Ruth Gabriel (Dienstag, 09 Mai 2017 19:45)

    Zu Spruch 95:
    Ziel ist nicht, unseren materiellen Wohlstand zu vermehren, sondern den Weg des Menschen zu beschreiten. Das bedeutet bezogen auf die drei Säulen;
    1. Wir üben uns in Mitgefühl und Großzügigkeit und vermindern egoistische Tendenzen.
    2. Wir helfen dem, der unsere Hilfe benötigt.
    3. Wir stärken keine negativen Elementalgruppen.

  • #4

    Hendrik (Dienstag, 09 Mai 2017 20:00)

    zu 92) Jesus beklagt die Suche, die in der Einrichtung endet - den Wellnessesoteriker. Für alle Menschen gilt dies: „Sucht, und ihr werdet finden", aber viele derer, die diesem Anfangsimpuls folgen, verstricken sich in Meinungen, in Wissen ohne zu wissen was, wie und dem Tun des Gewussten. Sie fragen nicht mehr, weil sie meinen, sie hätten "es" schon. Und dabei sind sie nicht wirklich weit von dem Anfangspunkt entfernt, als sie zwar noch fragten, aber die Antwort noch gar nicht verstanden hätten.

  • #5

    Ruth Finder (Dienstag, 09 Mai 2017 20:02)

    zu 95) Beim Dienst an unseren Mitmenschen sollen wir von ihnen nicht das Gleiche und noch dazu Dankbarkeit, Bewunderung und Anerkennung erwarten. Wir sollen absichtslos und demütig geben und nehmen, und in den Menschen nicht unsere Schuldner sehen, sondern Lehrmeister.

  • #6

    L. (Mittwoch, 10 Mai 2017 07:14)

    Schweine-Hunde! Sehr ge-witzte Zusammenziehung. Cám ơn!

  • #7

    Jonas (Mittwoch, 10 Mai 2017 07:22)

    94) ist eng mit 92) verbunden. Zusätzlich zu Hendriks Auslegung könnte man hier auch herauslesen, dass wir bei all unserem Tun dem göttlichen Plan vertrauen sollen. Wir können uns darauf verlassen, dass alles, was in jedem Augenblick (im Nu) passiert, nur zu unserem Besten ist, auch wenn die karmabedingten Ereignisse manchmal weh tun. Und dass wir nicht alleine sind, sondern liebevoll geführt und geleitet werden (die Tür wird uns geöffnet, nicht wir öffnen die Tür).

  • #8

    Hendrik (Mittwoch, 10 Mai 2017 09:47)

    zu L.) Wenn jetzt noch die Perle und das Heilige ganz zusammenziehen, dann wird Jakov ben Katz gewiss sehr glücklich sein.

  • #9

    Ruth Finder (Mittwoch, 10 Mai 2017 10:18)

    Das Gehirn tut das, was er immer tut - das bekannte erkennen. "Cám ơn!" klingt wie "Come on!" ^^ Weiter machen, was sonst!

  • #10

    Ruth Finder (Mittwoch, 10 Mai 2017 10:21)

    zu 94) Alle suchen und finden auch, klopfen an und werden erhört. Die Frage ist, was man sucht und findet und an wessen Tür man anklopft.

  • #11

    Maria (Donnerstag, 11 Mai 2017 21:17)

    Cám ơn! heißt Danke (Dir) auf vietnamesisch laut Wiktionary. Aber die Idee von Ruth F. kam mir auch zuerst in den Sinn.