Thomas 2.94

(67) Jesus sprach: „Wer das All erkennt, sich selbst aber verfehlt, verfehlt das Ganze.“

(68) Jesus sprach: „Selig seid ihr, wenn ihr gehaßt und verfolgt werdet, und sie werden keinen Ort finden dort, wo man euch verfolgt hat.“

(69) Jesus sprach: „Selig sind, die verfolgt worden sind in ihrem Herzen; diese sind es, die den Vater wahrhaft erkannt haben.
Selig sind die Hungrigen, denn der Bauch dessen, der es wünscht, wird gefüllt werden.“

(70) Jesus sprach: „Wenn ihr das hervorbringt in euch, wird das, was ihr habt, euch retten. Wenn ihr das nicht habt in euch, wird das, was ihr nicht habt in euch, euch töten.“

 

(73) Jesus sprach: „Die Ernte ist zwar groß, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet aber den Herrn, daß er Arbeiter sende für die Ernte.“

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Kommentare: 9
  • #1

    Ruth Gabriel (Mittwoch, 03 Mai 2017 19:44)

    Zu Spruch 67:
    Es reicht nicht aus, zu erkennen. Wir müssen daran arbeiten, immer mehr Mensch zu werden, uns zu entwickeln, immer mehr Gott individuell widerzuspiegeln. Ohne diese Weg-Arbeit verfehlen wir die Menschwerdung. Und dadurch verfehlen wir das Ganze.

  • #2

    Ruth Gabriel (Mittwoch, 03 Mai 2017 20:09)

    Zu Spruch 73:
    Die Ernte ist groß, gewiss, vorhanden, nicht ungewiss. Es braucht nur Weg-Arbeiter, um sie einzufahren. Und es geht dabei nicht um die „eigene“ Ernte, die eigene Befreiung/Entwicklung, sondern um die Befreiung aller. Darum sollten wir bitten.

  • #3

    Jonas (Donnerstag, 04 Mai 2017 09:37)

    zu 69): Die "Hungrigen" kann man als Bild für das Verlangen nach Wahrheit und Erkenntnis betrachten, genau so wie diejenigen, die "verfolgt werden in ihrem Herzen", die also aus einem Herzenswunsch heraus getrieben werden, den Weg und die Wahrheit zu finden.
    Jesus verspricht, dass dieses innere Verlangen, endlich wieder nach Hause zu kommen, zum Ziel führen wird (den Vater zu erkennen/satt zu werden).

  • #4

    Jonas (Donnerstag, 04 Mai 2017 10:02)

    zu 70) Meines Erachtens geht es in dem Spruch bei dem, was wir haben, oder auch nicht haben, um unser höheres Selbst als bewusstseinsvermittelndes Konstrukt, dessen wir uns bedienen - oder auch nicht. Haben wir uns einen stabilen Zugang zu unserem höheren Selbst erarbeitet ("in uns hervorgebracht") und handeln wir aus dieser Ausrichtung heraus, werden wir "gerettet".
    Haben wir das nicht und handeln folge dessen auf Basis der Impulse unserer AP, werden wir "getötet", müssen also die teils schwerwiegenden karmischen Konsequenzen tragen bzw. sind zur Wiedergeburt gezwungen.

  • #5

    Ruth Finder (Donnerstag, 04 Mai 2017 10:04)

    zu 67) Gottes Plan sieht eine Zusammenarbeit/"Zusammenspiel" der Menschen mit ihm vor. Wir bedürfen Gott und er bedarf unser. Es reicht nicht, den Plan/"Spielregeln" lesen und verstehen zu können, wir müssen sie auch verwirklichen/einhalten. Wenn einer (der Mensch) sich aber nicht daran hält/"mitspielt", trägt er dazu bei, dass das Ganze nicht realisiert wird/ "das Spiel findet nicht statt".

  • #6

    Hendrik (Donnerstag, 04 Mai 2017 12:20)

    zu 68) Jesus spricht in diesem Logion von den Weg-Arbeitern, die sich im Übergangsfeld Psychiker/Pneumatiker befinden. Da sie teilweise noch in Psychiker-Zusammenhänge eingebunden sind, wird ihre zur Spiritualität tendierende Veränderung wahrgenommen und als unangenehm, als Vorwurf, als Anklage und Abweichung empfunden und entsprechend sanktioniert. Diese Weg-Arbeiter sind selig insofern, dass diese Verfolgungen ein fast zwangsläufiger Prozess sind, der ihre spirituelle Wandlung belegt. Im akuten Leiden sind sie natürlich nicht selig!

    Und "sie" (die Verfolger) werden "keinen Ort" (der Ruhe - s.o.) finden, wo sie sich gegen Impulse positiver Wandlung durch Verfolgung gewehrt haben. Hier werden einfach temporäre Karmakonsequenzen angedeutet.

  • #7

    Ruth Finder (Donnerstag, 04 Mai 2017 12:42)

    zu 68) Wenn wir unsere bisherige Wirklichkeit als einen Alptraum erkennen, in dem wir von den Monstern und Tieren (Ego, animalische Ebene) und von den Zombies ("Tote", Hyliker) verfolgt und gehasst werden, wachen (erwachen) wir in der wahren Wirklichkeit auf. Der Alptraum kommt nicht wieder (am Anfang immer weniger und nicht so dramatisch) und die "bösen" Traumgeister haben keinen Platz (Ort) mehr - der Traum ist geplatzt.

  • #8

    Ruth Finder (Donnerstag, 04 Mai 2017 13:20)

    zu 73) Wir haben zwar einiges von "was und wie" gelernt, aber es mangelt oft an der umfassenderen Umsetzung. Wir sollen den Vater bitten, dass er uns in unserem Willen, unserer Entschlossenheit, unseren Bemühungen für das Tun (Erfahrung, Sein) unterstützt und mehr davon in uns wachsen lässt.

  • #9

    Maria (Samstag, 06 Mai 2017 21:07)

    zu: (67) Jesus sprach: „Wer das All erkennt, sich selbst aber verfehlt, verfehlt das Ganze.“
    Man kann das All nicht erkennen, wenn man (sich) selbst nicht erkennt. Warum ist das so? Weil erst der, der sieht, klar (geklärt) werden muss. Ein blinder oder schmutziger Spiegel gibt entweder kein All oder schmutziges All wider. Alle Verzerrungen und Verirrungen in uns fließen in unsere Sicht ein. So erkennen wir im außen immer wieder nur unser verzerrtes Selbst, sonst nichts. Klären wir diese Ablagerungen in uns und legen wir sie Schicht um Schicht ab, entsteht zunehmende (Durch)Sicht/ Transparenz. So erkennen wir das außen zunehmend als das, was es tatsächlich ist. Der Seher muss sehend werden, sonst bleibt es dunkel und alles Interpretation und Projektion. So lässt sich auch erkennen, dass in uns die ganze Welt steckt. Erkennen wir uns, erkennen wir alles, weil wir dann bemerken, dass wir ungetrennt und eins mit allem sind.