Thomas 2.8

(40) Jesus sprach: „Ein Weinstock ist gepflanzt worden außerhalb des Vaters, und da er nicht befestigt ist, wird er mit seiner Wurzel ausgerissen werden und verdorben.“

(41) Jesus sprach: „Wer in seiner Hand hat, dem wird gegeben werden. Und wer nicht hat, dem wird auch das Wenige, das er hat, genommen werden.“

(42) Jesus sprach: „Werdet Vorübergehende!“

 

(44) Jesus sprach: „Wer den Vater lästert, dem wird vergeben werden, und wer den Sohn lästert, dem wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden, weder auf Erden noch im Himmel.“

(45) Jesus sprach: „Trauben werden nicht von Dornensträuchern geerntet, noch werden Feigen von Weißdornsträuchern gepflückt, denn sie geben keine Frucht. Ein guter Mensch bringt Gutes aus seinem Schatz. Ein schlechter Mensch bringt Schlechtheiten aus seinem schlechten Schatz, der in seinem Herzen ist, und er sagt Schlechtheiten, denn aus der Überfülle des Herzens bringt er Schlechtheiten hervor.“

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Kommentare: 8
  • #1

    Hendrik (Dienstag, 25 April 2017 13:54)

    zu 42) a) Beharrt nicht aus egoistischen Motiven darauf, in den Trennungswelten zu inkarnieren. Eure Aufgabe ist es das Hier-sein-MÜSSEN zu überwinden.

    b) Erkennt, dass ihr (in diesem Leben) nur für eine begrenzte Zeit hier seid. Nutzt die Zeit, erkennt, dass ihr Vorübergehende seid.

    c) Es gibt sehr vieles, das es nicht wert ist sich damit zu beschäftigen. Geht daran vorüber.

  • #2

    Ruth Finder (Dienstag, 25 April 2017 17:29)

    Zu 42) Ich finde, dass die folgende chassidische Geschichte gut dazu passt:

    Der Rabbi Israel von Rizin erzählte: "Zwei Menschen kamen in den Königspalast. Der eine verweilte in jedem Saal, betrachtete mit kundigem Blick die Prunkstoffe und Kleinodien und konnte sich nicht sattsehen. Der andere ging durch die Säle und wusste nur: Das ist des Königs Haus, das ist des Königs Gewand, noch ein paar Schritte, und ich werde meinen Herrn König schauen."

  • #3

    Ruth Finder (Dienstag, 25 April 2017 19:51)

    zu 41) Man könnte sagen: Wer auf dem Weg der Erkenntnis ist und mit Glauben und Inspiration nach der Wahrheit sucht, dem werden sich neue Wege, neue Erkenntnisse offenbaren. Wer sich aber an den Illusionen fest hält, wird schließlich auch die verlieren.

  • #4

    Ruth Gabriel (Dienstag, 25 April 2017 20:10)

    Zu Spruch 42:
    Eines der Synonyme für "vorübergehend" ist "kommissarisch", also "stellvertretend" oder "in Vertretung". So gesehen könnte man den Spruch auch als (Auf-)Forderung an uns nach einer würdigen "Stellvertretung"/Widerspiegelung Gottes auf Erden deuten, also als Aufforderung zur Entwicklung.

  • #5

    Hendrik (Dienstag, 25 April 2017 20:38)

    zu 45) Zauberwort ÜBERFÜLLE: Wir können den INHALT letztlich nicht verbergen. Selbst eine noch so durchstrukturierte, harte Form kann nicht verhindern, dass zuletzt für alle offenbar wird, wie es im "Herzen" aussieht.

    Die Regel ist aber nach diesem Logion eher, dass der Inhalt schon über die Form mitgeteilt wir. Der Strauch, der keine Früchte hervorbringt ist hier zugleich dornig. Wir wissen jedoch, dass das nur ein Extremwert eines Spektrums ist. Stachelbeere und Sanddorn bringen ja durchaus leckere und gesunde Früchte hervor. Da spräche man dann von rauher Schale mit weichem Kern.

  • #6

    Ruth Finder (Mittwoch, 26 April 2017 04:34)

    zu 44) a) Wir machen Fehler (den Vater und den Sohn lästern). Wenn wir aber unser Gewissen als die Stimme des höheren Geistes in uns ernst- und wahrnehmen und aus den Fehlern lernen, werden wir mit Nachsicht behandelt. Die Gewissenlosen und Unbelehrbaren, die diese Verbindung missachten und gar leugnen (den heiligen Geist lästern), werden Konsequenzen tragen müssen. Dazu:

    Einmal sprach Rabbi Jehuda von Rozdol: "Hat einer einen Fehler gemacht und danach bereut er diesen Fehler mit all seiner Kraft und macht es wiedergut, hat Gott diesen vergessen. Aber die leichthin abgestreiften Fehler sind bei ihm verwahrt."

    b) Wir dürfen, ja sollen, die Dinge hinterfragen, über sie nachdenken, sie erforschen und eigene Erfahrungen sammeln (im weiten Sinne "lästern" - also Gott und sein Wort, seine Lehre, sozusagen "infrage" stellen). Es kommt dabei auf die richtige geistige Haltung an - auf wahre Liebe, Vertrauen, Wohlwollen, Inspiration, Herzensgüte... (alles heilige Impulse des Geistes) - die wir kultivieren sollen. Dann werden "der Vater und der Sohn" uns Suchenden nicht "nachtragend" sein.

  • #7

    Jonas (Mittwoch, 26 April 2017 11:57)

    zu 40) Weinstöcke könnte man als Bild für unser vielschichtiges persönliches Glaubensgebilde, unsere Ausrichtung auffassen. Die Teile, die im "Vater", also in Gott/der Wahrheit ihren Grund haben, werden beständig sein und gute Weintrauben/Resultate hervorbringen.
    Andere Weinstöcke, konkret als Arbeitshypothesen unserer Ausrichtung betrachtet, die sich nicht bewahrheiten bzw. als falsch herausstellen, werden wir ohne zu zögern korrigieren oder fallenlassen, sie werden "mit der Wurzel ausgerissen und verderben".

    Weitere mögliche Interpretation: Der Weinstock als Bild für "falsche" Religions- und Glaubenssysteme z.B. in Form von Sekten, die nicht im "Vater" wurzeln, indem sie z.B. ihre Gläubigen ausbeuten, werden keinen Bestand haben. Weiter gedacht könnte man auch bestehende Religionen in diesem Bild sehen, die ihre spirituellen Wurzeln verkümmern lassen, sich auf bloße Regeln/Zeremonien reduzieren und dadurch nicht mehr im "Vater" wurzeln. Auch sie werden langfristig untergehen.

  • #8

    Ruth Gabriel (Freitag, 28 April 2017 19:11)

    Zu Spruch 42:
    Als Ergänzung zu Ruth F.´s Deutung:
    Landläufig bedeutet ja „Ich habe es in der Hand “, dass man selbst seines Glückes Schmied ist. Weg-Arbeiter wissen, dass sie ihres Karmas Schmied sind, dass alles um sie herum nur Möglichkeiten für das eigene Wachstum sind mit dem Ziel, immer mehr Mensch zu werden. Dies nutzen sie und bemühen sich. Und dieses Bemühen wird unterstützt, ihm wird gegeben.