Phili VIII

Spruch 87: In dieser Welt dienen die Sklaven den Freien. Im Reich der Himmel aber werden die Freien den Sklaven dienen. Die Kinder des Brautgemachs werden den Kindern der Hochzeit dienen. Die Kinder des Brautgemachs haben einen einzigen Namen: Ruhe herrscht. Einander brauchen sie keine andere Form, denn sie haben die Schau.

Spruch 95: Die Salbung steht über der Taufe. Denn aufgrund der Salbung wurden wir ,Christen' genannt, nicht wegen der Taufe. Und man nannte Christus wegen der Salbung so. Denn der Vater salbte den Sohn. Der Sohn aber salbte die Apostel. Die Apostel aber salbten uns. Wer gesalbt worden ist, hat das All. Er hat die Auferstehung, das Licht, das Kreuz, den Heiligen Geist. Der Vater gab ihm dieses Brautgemach, er erhielt es.

Spruch 99: Die Welt entstand durch eine Verfehlung. Denn der, der sie schuf, wollte sie unvergänglich und unsterblich schaffen. Er kam zu Fall und erreichte das Erhoffte nicht. Denn es gab nämlich nicht die Unvergänglichkeit der Welt, und es gab nicht die Unvergänglichkeit dessen, der die Welt geschaffen hatte. Es gibt nämlich nicht die Unvergänglichkeit der Dinge, sondern der Kinder. Und kein Ding wird Unvergänglichkeit erhalten können, wenn es nicht Kind wird. Wer aber nicht im Stande ist zu empfangen, um so weniger wird er geben können.

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Kommentare: 4
  • #1

    Hendrik (Freitag, 07 April 2017 14:14)

    zu Spruch 87: In der Trennungswelt dienen die (in höherem Maße) Hyliker und Psychiker (seienden) den (in stärkerem Maße) Pneumatiker (seienden) als Beispiele. Wo aber bei ersteren die Verhaftung an die Trennungswelten schwindet werden aber die (relativen) Pneumatiker den (relativen) Hylikern und Psychikern als Beispiele dienen. Oberhalb davon werden die Kinder des Brautgemachs (ESGler) den Kindern der Hochzeit (Volos und Aspis) dienen. Die Kinder des Brautgemachs haben einen einzigen Namen: Ruhe herrscht. Einander brauchen sie keine andere Form, denn sie haben die Schau.

    Kinder des Brautgemachs (ESGler) - die Vereinigung (unio mystica) ist vollzogen

    Kinder der Hochzeit (Volos und Aspis) - sie nehmen zumindest schon am Fest teil und haben die Vereinigung vor Augen

  • #2

    Ruth Gabriel (Freitag, 07 April 2017 14:57)

    Zu Spruch 99:
    Ich würde die Verfehlung als Verwechslung deuten. Der Demiurg (Big J.) ist davon ausgegangen, allein durch den Vorgang der Schaffung der Materie aus seinem Eigenwillen heraus unvergänglich und unsterblich zu sein und dass die Materie ebenfalls damit auch unvergänglich und unsterblich ist. Doch die Materie ist nicht unvergänglich. Unvergänglich sind die Werke (Kinder), die aus der Ruhe/dem HS heraus geschaffen werden (also nicht nur WAS du tust, sondern auch WIE du es tust). Dadurch wird Jaldabaoth zu Sabaoth verwandelt, und damit unsterblich werden. Dafür müssen wir aber unseren „Kanal“ so freigeputzt haben, dass das HS außerhalb der Trennungwelten über das HS innerhalb der Trennungswelten Ausdruck durch die AP finden kann (ohne Eigenwillen, sondern durch das Empfangen von Gottes Willen).

  • #3

    Hendrik (Freitag, 07 April 2017 19:31)

    zu Spruch 95: Es heißt ja auch: "Ich taufe dich auf den Namen..." Für mich geht es um das selbe Thema wie in Spruch 59. Der Name ist Form, ist Taufe. Das Unnennbare ist Geist, ist Salbung. Die nicht-intellektuelle Erkenntnis, die nonverbale Erfahrung der Gegenwart des Höchsten wird vermittelt - aber immer verlustfrei vermittelt - vom Vater an den Sohn, an die Apostel, an uns. Jeder Gesalbte erhält das Licht, das Kreuz, den Heiligen Geist und das Brautgemach (soweit er sich selbst dafür frei machen kann.

  • #4

    Ruth Finder (Samstag, 08 April 2017 10:55)

    Zu (87):

    In der Welt dient Form/Materie/AP - etwas, was begrenzt, also nicht frei ist -, dem Geist - unsrem höheren Selbst, das eine freie Natur besitzt. Und der kosmische Mensch - unser Höheres Selbst außerhalb der Welt der Trennung - arbeitet für den irdischen Menschen (HS + AP). Beide lernen von einander - der Geist bedarf Materie/Form (u.a. der Sprache, der Gedanken usw.), um sich auszudrücken; die Materie braucht den Geist (z.B. Inspiration, schöpferischen Willen), um sich ihrer Grenzen zu entheben. Dieses Nehmen und Geben ist nicht immer einfach, es ist Unwägbarkeiten und Störungen, Verzerrungen und Unklarheiten ausgesetzt, weil die Einheit und die Kontinuität der Seele von OBEN bis nach UNTEN noch nicht so oft sichtbar/erfahrbar ist. Also, fleißig Spinale Psychopraktik üben als Analogie!

    Die Erwachten (die Kinder des Brautgemachs), die die ungestörte Durchlässigkeit des Geistes - einen permanenten Zugang zu dem Höheren Selbst - verwirklicht haben, helfen dann den noch Schlafenden (den Kindern der Hochzeit). (Hier wird die ganze Verkehrtheit unserer Welt klar, denn die Hochzeitsgäste schlafen eigentlich nicht, sondern sind ziemlich aktiv; im Brautgemach wird es aber geschlafen ^^). Und auch hier - sie brauchen dafür Hilfsmittel der äußerlichen Interaktion.

    Untereinander bedürfen sie dieser Krücken der Verständigung nicht, denn sie haben geistige Ruhe und eine klare und umfassende Schau des Geschehens.