Real life

Der mit den Sanierungsarbeiten an unserem Haus beauftragte Architekt berichtete von der geplanten Vorgehensweise der Handwerker. Unter anderem sollte die Styropordämmung unter dem Dach entfernt werden. Einmal, weil wir eine Fußbodendämmung auf dem Dachboden anbringen wollen, damit die oberste Wohnung nicht den ungeheizten Dachboden mitheizen muss - und dann, weil Styropor schadstoffhaltig ist und immer schwerer zu entsorgen ist. Zudem sagte der Architekt - und hiermit flashte er mich - dass es sich aufgrund der Lücken zwischen den Styroporplatten, die von Anfang an da waren, ohnehin nur eine von ihm so genannte "Mentaldämmung" ohne tatsächlichen Dämmwert handle...

 

Was für ein klasse Wort! Und was für ein erbärmliches, allzu menschliches Phänomen. Auf dem langen und beschwerlichen Weg zur Freiheit sind die Menschen wahrscheinlich zu einem aufwandsbezogen überproportional großen Teil in allen Bereichen der Verwicklung mit Mentaldämmungen beschäftigt. Praktisch ohne tatsächlichen Nutzen. Eine böse, böse Falle Jaldabaoths.

 

Und, wenn wir genau hinsehen, dann machen wir die Dinge mit Mentaldämmungen sogar häufig noch schlimmer. Am Beispiel: Die schadstoffhaltigen Styroporplatten wären gar nicht produziert worden - und müssten nicht aufwändig und teuer entsorgt werden - wenn wir nur die Finger von Dämmungen gelassen hätten. Oder uns, besser noch, gleich um eine "richtige" Dämmung gekümmert hätten.

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