Phili VII

Spruch 70: Vor Christus kamen einige aus einem Ort heraus, in den sie nicht mehr hineingehen konnten. Und wohin sie gingen, dort konnten sie nicht mehr herauskommen. Dann kam Christus. Die hineingegangen waren, brachte er heraus; und die herausgegangen waren, brachte er hinein.

Spruch 75: Niemand wird sich sehen können, sei es im Wasser oder sei es in einem Spiegel ohne Licht; noch wirst du dich andererseits sehen können im Licht ohne Wasser und Spiegel. Deswegen ist es angemessen, mit beiderlei zu taufen: mit dem Licht und mit dem Wasser. Das Licht aber ist die Salbung.

Spruch 86: Die Werke des Menschen entstehen gewöhnlich aus seiner Kraft. Deswegen nennt man sie auch ,die Kräfte'. Seine Werke aber sind seine Kinder, die aus Ruhe entstanden sind. Deswegen wohnt (oder: wirkt) seine Kraft in seinen Werken, während die Ruhe aber in den Kindern offenbar ist. Und du wirst finden, dass das bis an das Abbild heranreicht. Und das ist der abbildliche Mensch, der seine Werke aus seiner Kraft heraus tut, aus Ruhe aber seine Kinder zeugt.

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Kommentare: 10
  • #1

    Jonas (Mittwoch, 05 April 2017 13:22)

    zu 75) findet man eine Interpretation in der Betrachtung "Spiegelbilder" in den Gedankenkreisen^^

  • #2

    Ruth Finder (Mittwoch, 05 April 2017 13:22)

    Zu (70):

    Auch vor Christus hatten viele spirituelle Informationen erhalten (kamen aus dem wahren Glauben heraus). Mit der Zeit vergaßen sie das, konnten nicht mehr den Weg zurück finden und entfernten sich vom lebendigen Wissen (konnten nicht mehr hinein). Sie verfielen dem Irrglauben, und er hielt sie fest (sie konnten nicht mehr heraus). Die, die dann dem Ruf Jesu folgten, hat er aus dem Dogma heraus auf den richtigen Weg gebracht und wieder zum Glauben hinein (in die lebendige Lehre) geführt.

  • #3

    Jonas (Mittwoch, 05 April 2017 13:24)

    Entschuldigung, ich meinte natürlich Kreisgedanken 2.

  • #4

    Zitat (Mittwoch, 05 April 2017 13:37)

    Der bewusste Text von Jonas:

    Spiegelbilder

    Eine der wichtigsten Aufgaben für uns Wahrheitsforscher ist es,
    uns selbst zu erkennen und in unserer Alltagspersönlichkeit unerwünschte
    Gedanken-, Gefühls- und Körperelementale zu deenergetisieren
    bzw. diese durch wünschenswertere Elementale zu
    ersetzen. Jeder von uns beherbergt in mehr oder weniger großem
    Umfang schlechte Gewohnheiten auf allen drei Persönlichkeitsebenen,
    wie etwa zu lügen, zornig zu werden oder permanent
    mit dem Fuß zu zappeln, derer wir uns bewusst sind und die wir
    ablegen wollen. Aber was ist mit den vielen negativen Elementalen,
    die sich im dunklen Dschungel unseres Unterbewusstseins
    im Verborgenen gut eingerichtet haben und die uns in Form ihrer
    karmischen Wirkungen ständig Schwierigkeiten bereiten? Da wir
    uns ihrer aufgrund unserer Betriebsblindheit nicht bewusst sind,
    benötigen wir eine spezifische Herangehensweise, um sie überhaupt
    einmal erkennen zu können. Der Autor des gnostischen
    Spruches gibt uns einen Hinweis, wie wir hier vorgehen können.
    Wir brauchen einerseits Licht, das wir in diesem Zusammenhang
    als Mut zur Wahrheit und Ehrlichkeit uns selbst gegenüber gepaart
    mit ernsthaftem Bemühen verstehen können, um auch in
    die verborgensten dunklen Winkel unserer Persönlichkeit eindringen
    zu können.
    Andererseits benötigen wir dazu auch Hilfsmittel wie etwa das
    Wasser oder einen Spiegel, die uns diese Betrachtung erst möglich
    machen. Wie können wir diese beiden Hilfsmittel im übertragenen
    Sinne verstehen? Nun, beides liefert uns ein Spiegelbild,
    der Unterschied besteht lediglich darin, dass eine Wasserfläche
    etwas Natürliches ist und ein Spiegel ein künstliches, von Menschenhand
    geschaffenes Gebilde darstellt.
    Was sind nun natürliche Spiegelbilder, bildlich in Form des
    Wassers dargestellt? Unsere Mitmenschen! Wir beobachten ihre
    Fehler, lernen daraus und ziehen unter Verwendung des „Lichts“
    Schlüsse für unser eigenes Verhalten. Wir umgehen damit den
    leidvollen Karmaweg, der uns durch die schmerzhaften Auswirkungen
    unseres Tuns Verhaltensänderungen mehr oder weniger
    aufzwingt. Es gibt dazu aber noch weitere Aspekte, denen wir
    nachspüren können: Wenn die Worte oder Handlungen unserer
    Mitmenschen in uns Kritik oder Abneigung hervorrufen, zeigen
    sie uns in einem glasklaren Spiegelbild jene Bereiche auf, die bei
    uns selbst nicht in Ordnung sind. Unfreundliche, ruppige Menschen
    zum Beispiel beschweren sich liebend gerne über andere,
    ihrer Meinung nach unfreundliche Zeitgenossen, empfinden sich
    selbst aber als höflich und zuvorkommend, obwohl sie es in Wahrheit
    nicht sind. Wir können diese und weitere Zusammenhänge
    in den „Spiegelgesetzen“ finden, welche diese Wechselwirkungen
    und Resonanzen in vielen Aspekten beleuchten.

  • #5

    Zitat Teil 2 (Mittwoch, 05 April 2017 13:38)

    Und was entspricht nun dem künstlich hergestellten Spiegel? Es
    ist unser selbstgewähltes spirituelles System mit seinen Übungen,
    das uns hilft, unsere Persönlichkeit zu reflektieren und in weiterer
    Folge zu verbessern. Als Wahrheitsforscher benutzen wir hier
    die tägliche Innenschau, die es uns erlaubt, Situationen des vergangenen
    Tages aus der notwendigen emotionellen und gedanklichen
    Distanz heraus in einem neuen „Licht“ zu betrachten. Die
    Art und Weise, wie wir das machen, ist sehr wichtig, nämlich nicht
    kritisierend und von einem möglichst neutralen Beobachterstandpunkt
    aus, der uns noch dazu im Laufe der Zeit in unser höheres
    Selbst hineinführen kann. Selbstvorwürfe etwa gehören zur Alltagspersönlichkeit
    und sind hier nicht zweckmäßig. Andererseits
    sollte man klar erkannte Mängel auch nicht verharmlosen oder
    beschönigen, sondern deren Modifikation mit liebevoller Strenge
    sich selbst gegenüber Schritt für Schritt in Angriff nehmen.
    Es gibt noch eine tiefergehende Betrachtungsmöglichkeit der
    Zusammenhänge, auf die der Autor der ausgewählten Textstelle
    des Philippusevangeliums hindeutet. Wir können das Licht auch
    als Synonym für Joshua Emanuel den Christus sehen und das
    Wasser als Symbol für den heiligen Geist. Jesus bezeichnet sich
    gemäß Bibel ja selbst als „das Licht der Welt“. Das Wasser, das –
    wie wir etwa in der Schöpfungsgeschichte nachlesen können – in
    enger Verbindung mit dem heiligen Geist gesehen werden kann,
    begegnet uns beispielsweise auch in Jesus´ Taufe im Jordan, wo
    der heilige Geist symbolisiert als Taube auf ihn herabgekommen
    ist. In vielen spirituellen Schriften wird darauf hingewiesen, dass
    wir beide Aspekte in uns verwirklichen müssen, um uns ausgewogen
    entwickeln zu können und einst zur Vervollkommnung
    zu gelangen. Neben dem Licht und dem Wasser als Synonyme für
    den Logos und den heiligen Geist begegnen uns in christlichen
    Schriften auch andere synonym zu verstehende Begriffe, die auf
    diese notwendige Verbindung hindeuten, wie etwa „Männliches“
    und „Weibliches“, Adam und Eva, Brot und Wein, Leib und Blut,
    Geist (als höheres Selbst) und Seele (als Alltagspersönlichkeit).
    Im Kontext der betrachteten Textstelle könnte der Autor damit
    die Ausbildung unseres Selbstgewahrseins und Selbstbewusstseins
    meinen, die ja Attribute des Logos und des heiligen Geistes
    darstellen und die wie zwei Seiten einer Münze eng miteinander
    verknüpft sind. Davon abgeleitet könnten wir es uns als Ziel setzen,
    uns unserer Gedanken, Gefühle und Handlungen aber auch
    unserer Umwelt weitestgehend bewusst und gewahr zu werden.
    Unsere Alltagspersönlichkeit wäre dann als vollständiges Bild im
    Spiegel unseres höheren Selbst abgebildet. Es gibt dann keine
    Persönlichkeitsaspekte mehr, die außerhalb des Spiegels sind, wir
    haben im Idealfall unsere Alltagspersönlichkeit vollständig mit
    unserem höheren Selbst umgeben und durchdrungen. Wir wären
    dadurch in der Lage, in allen Alltagssituationen zeitnah richtig
    reagieren zu können und nötigenfalls korrigierend einzugreifen.
    Oder noch enger gefasst, wir erlangen damit die Fähigkeit, negative
    Ausdrucksweisen bereits im Ansatz zu erkennen und diese
    damit zu verhindern. Das Bild unserer Alltagspersönlichkeit im
    blanken Spiegel unseres höheren Selbstes wird durch diese Selbstreinigung
    immer heller und strahlender, dunkle Flecken verschwinden.
    Wie erreichen wir langfristig diesen wünschenswerten Zustand?
    Einerseits durch entsprechende Übungen, wie etwa die
    Schulung unsere Aufmerksamkeit und unserer bewussten Wahrnehmung.
    Andererseits durch die Gnade, die uns von unserem
    himmlischen Vater in Form der Geschicktheit der Mittel zu Teil
    wird. Wir werden dadurch letztendlich zu dem blanken Spiegel
    mit unserem strahlenden Abbild darin, das Gottes Licht hier in
    den Welten der Trennung zu ihm selbst und allen seinen Wesen
    zurückwirft.

  • #6

    Jonas (Mittwoch, 05 April 2017 14:24)

    zu 86): Ich meine in diesem Spruch geht es um die Art unseres Wirkens in der Welt. Werke entstehen wie zu lesen ist aus der "Kraft" heraus, das könnte man so auffassen, dass diese aus einem Willensakt der Alltagspersönlichkeit heraus geschaffen.
    Dazu im Gegensatz stehen die Werke, die aus der "Ruhe" heraus entstehen, womit offensichtlich unser höheres Selbst gemeint ist, das aus dem Sein heraus schöpferisch tätig ist. Daher auch die dafür verwendete wunderschöne Bezeichnung "Kinder", worin wieder das Sein zum Ausdruck kommt. Wie immer gibt es auch hier keine Hundertprozentigkeiten.
    Man könnte 86) kurz zusammengefasst auch so ausdrücken: Wir können alles auf die richtige und auf die falsche Art tun (und alles was dazwischen liegt).

  • #7

    Ruth Gabriel (Mittwoch, 05 April 2017 18:11)

    Zu Spruch 70:
    Ich deute das so, dass erst Christus den Wesen, die aus der Einsheit in die Welten der Trennung gegangen sind, das “Wissen“ darum schenkte, wie sie aus der Welt wieder in die Einsheit zurückkehren. Er also den Weg der Menschwerdung aufzeigte.

  • #8

    Ruth Finder (Mittwoch, 05 April 2017 19:41)

    Zu (75):

    Man könnte das auch so deuten:

    Unsere Entwicklung geht nicht nur durch das Tun. Und auch nicht nur durch das Wissen. Wir brauchen beides. Aber das Wissen ist ausschlaggebend. Denn es heißt: Wissen was, wissen wie und tun.

  • #9

    Ruth Gabriel (Mittwoch, 05 April 2017 20:04)

    Zu Spruch 86:
    In Ergänzung zu Jonas Deutung.

    „gewöhnlich aus seiner Kraft“ = normalerweise aus seiner Willenskraft/seinem Eigenwillen

    Kinder, die aus Ruhe entstanden sind=ohne Eigenwillen sondern mit Gottes Willen

    die Ruhe, die in den Kindern offenbar wird = im Einklang mit Gottes Plan

  • #10

    Ruth Finder (Mittwoch, 05 April 2017 20:27)

    Zu (86):

    Ich habe einmal einen Rat gekriegt, wie man den Weg beschreiten möge:

    "Ruhe und spielerische Beharrlichkeit!"

    Da haben wir das wieder: Ruhe (aus dem höheren Selbst handeln), spielerisch (unbefangen, mit Freude wie das die Kinder tun), Beharrlichkeit (schöpferischer Wille).