Phili VI (wenn ihr noch könnt)

Spruch 58: Die Erhabenheit des Menschen ist nicht offenbar, sondern ist im Verborgenen. Deswegen ist er Herr über die Tiere, die stärker sind als er, die groß sind entsprechend dem Offenbaren und dem Verborgenen. Und dies gibt ihnen Bestand. Wenn der Mensch sich aber von ihnen trennt, pflegen sie einander zu töten und einander zu beißen. Und sie fraßen einander, weil sie keine Nahrung fanden. Jetzt aber haben sie Nahrung gefunden, weil der Mensch die Erde bearbeitet hat.

 

Spruch 59: Wenn einer in das Wasser herabgeht und heraufkommt, ohne etwas empfangen zu haben, und spricht: ,,Ich bin ein Christ", so hat er den Namen auf Zinsen geliehen. Wenn er aber den Heiligen Geist empfängt, hat er den Namen als Geschenk. Wer ein Geschenk erhalten hat, dem wird es nicht weggenommen. Wer aber etwas auf Zinsen geliehen hat, von dem verlangt man es zurück. So widerfährt es auch einem, wenn er im Mysterium ist.

 

Spruch 63: Entweder ist er in dieser Welt oder in der Auferstehung oder an den Orten, die in der Mitte sind. Möge es nicht geschehen, dass ich in ihnen gefunden werde! In dieser Welt gibt es Gutes und Schlechtes. Ihre guten Dinge sind nicht die guten, ihre schlechten Dinge sind nicht schlecht. Es gibt aber Schlechtes nach dieser Welt, das wirklich schlecht ist, das man die Mitte nennt. Das ist der Tod. Da wir uns in dieser Welt befinden, ist es für uns angemessen, die Auferstehung zu erwerben, damit, wenn wir das Fleisch ablegen, wir in der Ruhe gefunden werden und wir nicht in der Mitte wandeln. Denn viele verirren sich auf dem Weg. Es ist nämlich gut, aus der Welt herauszukommen, bevor der Mensch gesündigt hat.

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Kommentare: 9
  • #1

    Jonas (Dienstag, 04 April 2017 13:12)

    zu Spruch 63: Ich denke, bei den "Orten in der Mitte", die als Irrweg bezeichnet werden und vor denen gewarnt wird, handelt es sich um psychische Ebenen, wo Menschen in ihrer Schalenwelt (n. Daskalos) mitunter Jahrhunderte feststecken und sich nur mehr extrem langsam entwickeln können. Man könnte das als "braten im eigenen Saft" (n. Hendrik) sehen, es gibt keine Entwicklungsimpulse, man ist entsprechend dem Gesetz der Anziehung/Resonanz nur mehr unter "Seinesgleichen" und steckt dadurch fest.

  • #2

    Hendrik (Dienstag, 04 April 2017 16:38)

    "Da wir uns in dieser Welt befinden, ist es für uns angemessen, die Auferstehung zu erwerben, damit, wenn wir das Fleisch ablegen, wir in der Ruhe gefunden werden und wir nicht in der Mitte wandeln. Denn viele verirren sich auf dem Weg. Es ist nämlich gut, aus der Welt herauszukommen, bevor der Mensch gesündigt hat."

    Hier werden - Jonas Vorgabe folgend - zwei Ideale angesprochen. Post mortem NICHT in einer Schalenhölle zu landen (also stattdessen in "die Ruhe" zu gelangen) und aus der Welt zu kommen, BEVOR man gesündigt hat. Beides im Grunde unerfüllbare Extremwerte, die ENDZUSTÄNDE andeuten und am Anfang (in unserer Schulklasse) praktisch unmöglich sind.

    Wir werden natürlicherweise nach dem Tode zur "Mitte" rutschen und ebenso werden wir beim Eintritt in die Trennungswelten "sündigen" (uns verwickeln) - was eben ersteres bewirkt. Das ist ja sogar der Sinn des ganzen Mechanismusses.

    Hoffen dürfen wir, dass wir über die Bewusstwerdung und Weg-Arbeit in immer himmlischere Schalen rutschen - mit immer deutlicheren Ausgängen - und dass wir uns korrespondierend immer mehr ENTwickeln, wenn wir verkörpert sind. Was eben wieder ersteres zur Folge hat.

  • #3

    Ruth Gabriel (Dienstag, 04 April 2017 17:02)

    Zu Spruch 58:
    Ich deute dies als Beschreibung des „Jobs“ der Entwickelteren/der Pneumatiker, den Hylikern (Tieren) durch ihr Wirken (Umwandlung von J. zu S.) „Nahrung“ zu ermöglichen, auf dass sie weiterhin Bestand haben und sich auch entwickeln können.

  • #4

    Ruth Gabriel (Dienstag, 04 April 2017 19:51)

    Zu Spruch 59:
    Könnte den Unterschied zwischen Religion und Spiritualität beschreiben.

  • #5

    Ruth Finder (Dienstag, 04 April 2017 20:40)

    Zu (58):

    Es gibt welche, die mit großer - meist negativer Energie - in dieser Welt unterwegs sind. Über die wird gesagt, dass sie nur umkehren müssten - und was für Gottes Diener sie dann wären! Es gibt welche, die den Weg-Arbeits-Weg beschreiten (an ihrer Auferstehung arbeiten). Und es gibt die Lauen (die Mitte). Die sind am schlimmsten, denn sie bewegen sich nicht oder kaum, was dem geistigen "Tod" gleich kommt. Es ist erstrebenswert, sich so weit zu entwickeln (sich in die richtige Richtung bewegen - auch für die Ersteren möglich), dass man der ESG nah kommt. Dann wird man im nächsten Leben sicher (in Ruhe) gefunden und mit den anderen Weggefährten zusammengeführt. Und es wäre gut, wenn der Klassenwechsel (das Aus-dieser-Welt-kommen) ansteht, dabei zu sein, und nicht sitzen zu bleiben (zu sündigen).

  • #6

    Ruth Finder (Dienstag, 04 April 2017 22:40)

    Sorry, mein oberer Kommentar galt dem 63-ten Spruch.

  • #7

    Jonas (Mittwoch, 05 April 2017 08:37)

    zu 58 hätte ich noch einen Interpretationsvorschlag anzubieten:
    Man könnte die "Tiere" als Elementale/Gruppenelementale interpretieren, über die der Mensch "der Herr" ist, da wir ja ermächtigt sind, laufend Elementale zu erschaffen und zu beleben. Die Tiere, die "stärker sind als er, die groß sind entsprechend dem Offenbaren und dem Verborgenen." wären Elementale, die wir nicht mehr beherrschen können, wie etwa Kriegselementale, ob uns das nun bewusst ist "offenbar" oder "verborgen". "Wenn der Mensch sich aber von ihnen trennt," würde bedeuten, dass sie von den Menschen nicht mehr vitalisiert werden und deshalb "keine Nahrung mehr finden". Dass sie einander gegenseitig "töten, beißen und auffressen" könnte man als die Abhängigkeiten der Elementale untereinander sehen, wo die Schwächung eines Elementals auch die anderen verwandten schwächt. Beispielsweise könnte die allgemeine Schwächung des Zornelementals auch das daraus resultierende Totschlagselemental massiv reduzieren.
    "Jetzt aber haben sie Nahrung gefunden, weil der Mensch die Erde bearbeitet hat." - Durch das Verwickelt werden in materielle Dinge mit den Fehlern, die wir begehen, werden diese alten Elementale belebt und gestärkt. Ohne Menschen, die in den Welten der Trennung Erfahrungen sammeln, würden die Elementale verkümmern.

  • #8

    Ruth Finder (Mittwoch, 05 April 2017 09:59)

    Zu (58):

    Noch ein Vorschlag.

    Das wahre Wesen des Menschen, seine wirkliche Größe ist sein Höheres Selbst. HS ist (sollte sein) der (eigentliche) Herr über das Ego. Solange es aber umgekehrt ist, sind die negativen Elementale (in Summe Teil seines Egos) stärker als das HS. Sie entsprechen der Entwicklung des Menschen auf verschiedenen Ebenen des Seins und bleiben bestehen.

    Aber wie es so oft passiert, wenn der Mensch anfängt, an sich zu arbeiten (sich von den negativen Elementalen zu trennen), oder auch nur auf die Möglichkeit der Veränderung hingewiesen wird, sträubt sich sein Ego dagegen. Es will sich selber lieber vernichten, als sich zu verändern. Man kann sich nur wünschen, dass man diesen inneren Kampf gewinnt und nicht andersrum.

  • #9

    Hendrik (Mittwoch, 05 April 2017 19:21)

    zu Spruch 59: Ich sehe hier auch wie RG den Unterschied zwischen dem Religiösen und dem Spirituellen angedeutet - beides wieder als Extreme gesehen, ohne auf tatsächlich mögliche unterschiedliche Mischungsverhältnisse im Individuum einzugehen. Da müssen wir uns immer wieder selbst prüfen (ich weiß, dass ich damit vielleicht nerve, aber ich weise lieber zu oft darauf hin als zu selten, denn die duale Denkungsweise sitzt uns allen tief in den Knochen).

    Es könnte hier mit den Zinsen angedeutet sein, dass der Religiöse, der sich den Namen "Christ" nur geliehen hat, stärker geprüft wird, als der Ungläubige - also Zinsen auf den Namen zahlen muss. Bildlich beispielsweise: Wenn einer herumläuft und behauptet, er sei gut, dann schauen die Leute auch genauer hin, ob er es auch tatsächlich ist. Und sonst vielleicht unauffällige Details fallen auf und bewirken Verhalten des Umfeldes.

    Der Spirituelle bekommt den Namen geschenkt, weil er ihn eigentlich gar nicht will. Es geht ihm nicht um den Namen. Der Name ist nur Form, aber der Spirituelle hat Inhalt empfangen.

    Der Name wird mit dem Abstreifen der Form genommen (mit dem Hinübergehen). Der Inhalt bleibt über die damit einhergehenden Charakter- bzw. Wesensveränderungen erhalten.

    Der letzte Satz (hier zum Kontextverständnis auch der davor) ist nicht ganz leicht zu verstehen: "Wer aber etwas auf Zinsen geliehen hat, von dem verlangt man es zurück. So widerfährt es auch einem, wenn er im Mysterium ist."

    Gemeint sein könnte, dass jedes Induviduum eben wie oben erwähnt, aus Religiösem und Spirituellem zusammengesetzt ist. Das ist auch VOR einem Durchbruchserlebnis, einem Erleuchtungserlebnis so. NACH einem Erleuchtungserlebnis werden die GELIEHENEN Namen (die religiösen Anteile) zurückverlangt. Aber als Forderung, den spirituellen GEHALT des Namens zu erfüllen. Und zwar schon vor dem Hinübergehen! Die Aufgaben innerhalb einer Inkarnation WACHSEN - über das Maß des Ungläubigen und des Religiösen hinaus!

    Möglicherweise ist auch der Zustand beschrieben, wie er außerhalb der Trennungswelten ist (im Mysterium). Dort würde demzufolge neben der Form auch der Inhalt genommen. Dies ließe sich für mich aber nur auf den denkbaren entferntesten Endpunkt der Theose anwenden, den man dann als seliges Vergehen des individuierten Wesens im Höchsten annehmen könnte/müsste.