Phili IV (hart zur Sache!)

Spruch 38: Die Verirrten, die der Geist zeugt, pflegen auch durch ihn in die Irre zu gehen.
Deswegen entzündet sich und erlöscht das Feuer durch denselben Hauch.

 

Spruch 39: Eine Sache ist Echamot, und eine andere Sache ist Echmot. Echamot ist die
Sophia schlechthin. Echmot aber ist die Sophia des Todes - das ist die Sophia des Todes, das
ist die, die den Tod kennt, die man die ,kleine Sophia' nennt.

 

Spruch 43: Gott ist ein Färber. Wie die guten Farben, welche die ,wahren' genannt werden,
untergehen mit den Dingen, die mit ihnen gefärbt worden sind, so verhält es sich mit
denen, die Gott gefärbt hat. Da seine Farbgebungen unsterblich sind, sind sie durch seine
Farben unsterblich. Gott aber tauft die, die er tauft, im Wasser.

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Kommentare: 7
  • #1

    Ruth Gabriel (Sonntag, 02 April 2017 16:14)

    Zu Spruch 39:
    Die Sophia schlechthin/Echamot könnte für das HS stehen und die kleine Sophia/Echmot für die AP, die die Trennung "kennt" (Leben – Tod, schwarz – weiß, usw.).

  • #2

    Ruth Gabriel (Sonntag, 02 April 2017 17:43)

    Zu Spruch 43:
    Das Färben Gottes mit den verschiedensten Farbgebungen deute ich als Individualität. Die „wahren“ Farben kann man als Farben verstehen, die nicht verblassen oder sich im Laufe der Zeit verändern. Somit ist unsere Individualität unsterblich und bleibend. Von Inkarnation zu Inkarnation.

  • #3

    Ruth Finder (Sonntag, 02 April 2017 20:05)

    Zum einen - es tut gut, deeskalierend unterwegs zu sein^^ und zu (39):

    Ohne jetzt in die gnostische Terminologie einzutauchen, würde ich hier den "kleinen Tod" und den "großen Tod" erkennen: Echmot stellt die Erkenntnis dar, dass wir nicht nur unsere AP, sondern auch HS sind. Echamot stellt dann die Überwindung des Egos dar.

  • #4

    Ruth Finder (Sonntag, 02 April 2017 20:43)

    zu (38):

    Wenn die Suchenden (Verirrten) am Anfang - einer durch Wissen, der andere durch Gefühle (Herz), der dritte durch Tun - ihren Weg beschreiten, aber entsprechend einseitig bleiben, dann führen sie sich selbst in die Irre. Und dann werden sie genau an dem scheitern, was sie dazu bewogen hat, den Weg zu gehen.

  • #5

    Jonas (Sonntag, 02 April 2017 20:45)

    zu 43: Ich denke genau so wie R.G., dass sich der erste Teil des Spruches auf den menschlichen Individuationsprozess bezieht, wobei die Färbung der zeitlich begrenzten AP mit dem Tod wieder weitestgehend verloren geht. Die Essenz aus der Inkarnation, die gelernten Dinge, färben aber auf die permanente Persönlichkeit ab. Wir färben uns also über die Inkarnationen langsam immer weiter um.
    Die unsterbliche, bleibende Farbgebung Gottes hätte ich aber in Bezug auf die Erzengel verstanden, die gemäß ihres Ranges als Michael, Rafael, Gabriel ... eine dauerhafte Färbung bekommen.
    Im letzten Satz folgt noch ein Hinweis auf die Taufe in Wasser, das uns Menschen von unseren schlechten Farben wieder rein waschen soll.

  • #6

    Jonas (Sonntag, 02 April 2017 21:07)

    38 ist eine wirklich harte Nuss und lässt viele Gedanken zu.
    Das "Feuer" hätte ich als Kraft der Veränderung/Läuterung aufgefasst, so es auch im Fegefeuer zum Ausdruck kommt, und das vom "Hauch" = Gott/das Leben ventiliert wird. Veränderung erfolgt über den Mechanismus des Karmas, das auf zwei Arten wirken kann: Als Peitsche des Schicksals für die, welche den Karmaweg gehen und sich nicht aktiv verändern wollen: Das Feuer entzündet sich hier durch den Hauch. Der zweite Weg wäre der der Weg-Arbeit, damit beugt man vor und das läuternde Feuer des Schicksals ist nicht mehr notwendig, es erlöscht.
    Den ersten Satz von Spruch 38 hätte ich also als Bild für den Karmaweg gesehen. Im zweiten wird darauf hingewiesen, das sowohl der Karmaweg (entzünden des Feuers) als auch die Weg-Arbeit (erlöschen des Feuers) auf Gott/das Leben/Pneuma zurückzuführen ist,

  • #7

    Ruth Gabriel (Sonntag, 02 April 2017 21:58)

    Zu Spruch 38:
    Man könnte es deuten als die Beschreibung dessen, dass wir alle aus Demselben kommen und gehen. Und dass nicht die Verirrten durch etwas „Anderes“ als die Nicht-Verirrten ihren Weg gehen. Das Entzünden und Löschen des Feuers kann nur durch denselben Hauch „geschehen, wirken, entstehen“, da letztlich alles aus dem Einen kommt und dies möglich macht durch Freiheit.